Kirchheim

Der „Blaue Vogel“ leitet die Charity-Biker nach Kalocsa

Motorradtour Ein Verein verbindet das gemeinsame Hobby mit einem guten Zweck: Hilfe für Kinder in Ungarn

Kirchheim. Die Stadt Kirchheim feiert nächstes Jahr ganz groß ihre Städtepartnerschaften: Vom 10. bis zum 13. Mai steht das Partnerschaftsjubiläum mit Rambouillet an. Genau 50 Jahre ist es dann her, dass die Urkunde in Kirchheim noch einmal unterschrieben wurde. Der Jumelage-Akt war 1967 in Rambouillet besiegelt und 1968 in Kirchheim bestätigt worden. Zum verlängerten Jubiläumswochenende wird nächsten Mai aber auch eine ganz neue Partnerschaft bestätigt: die mit Bački Pet­rovac. Zu der serbischen Stadt gehört auch der Ortsteil Maglić, das frühere Bulkes. Durch die Kirchheimer Patenschaft für Bulkes und die Bulkeser kommt es nun auch zur neuen Partnerschaft.

Und Kalocsa, die dritte Kirchheimer Partnerstadt, die chronologisch gesehen die zweite ist? Auch diese Stadt soll 2018 nicht ganz auf der Strecke bleiben. Im Gegenteil: Noch im Jubiläumsmonat Mai macht sich eine größere Motorradgruppe auf den Weg nach Ungarn, um am ersten Juni-Wochenende das Festival der Stiftung „Blauer Vogel“ zu besuchen.

Die Stiftung unterstützt schwer kranke Kinder, Behinderte und deren Familien in Kalocsa. Beim Festival treten unterschiedlichste Künstler auf, die allesamt auf ihre Gagen verzichten. So kommen die Eintrittsgelder komplett dem „Blauen Vogel“ zugute. Eine weitere Einnahme erhält die Stiftung am 2. Juni: in Form eines Spendenschecks des Vereins Eurobiker Charity - mit Sitz im niedersächsischen Wienhausen bei Celle.

Wie kommt nun ausgerechnet ein Verein zwischen Hannover und Wolfsburg auf Kirchheims Partnerstadt? Durch Rolf Harpprecht. Der Kirchheimer ist seit sechs Jahren Vorstandsmitglied des gemeinnützigen Vereins und seit zwei Jahren erster Sprecher des Vorstands. So konnte er über die Stadt Kirchheim das Projekt in Kalocsa in den Fokus seines Vereins rücken und die gemeinsame Tour nach Ungarn vorschlagen.

Ziel der Charity-Biker ist es, Motorradausfahrten mit sozialen Projekten und entsprechenden Spenden zu verknüpfen. Nach Möglichkeit gibt es jedes Jahr eine solche gemeinsame Fahrt, an der auch Nichtmitglieder teilnehmen können. Die Ziele liegen irgendwo in Deutschland oder in Europa. Am Zielort machen sich die Biker ein Bild über die Arbeit der jeweiligen Organisation und überreichen ihren Spendenscheck.

Das Geld stammt von den Bikern selbst - von allen, die bei der Tour mitfahren. Jeder trägt seine Reisekosten selbst und spendet dazu noch 150 Euro. Je nach Größe der gesamten Gruppe fällt also auch der Spendenscheck unterschiedlich hoch aus. Rolf Harpprecht hofft auf mindestens 40 Teilnehmer, was in der Gesamtsumme stattliche 6 000 Euro ergäbe. Die Tour selbst beginnt in Weiden in der Oberpfalz, wo sich alle Teilnehmer am 28. Mai versammeln, um anderntags über Tschechien, Polen und die Slowakei in Richtung Ungarn zu touren. Über die Hohe Tatra und die Donau führt die Route schließlich nach Kalocsa. Dort halten sich die Biker vom 1. bis zum 3. Juni auf, um anschließend in Eigenregie zurück- oder auch weiterzureisen.

Weil die Tour der Charity-Biker nun eben in die Partnerstadt Kirchheims führt, sagt Rolf Harpprecht: „Ich fände es schön, wenn auch ein paar Kirchheimer dabei wären.“ Wer sich der Gruppe kurzerhand noch anschließen möchte, sollte sich bis Freitag, 1. Dezember, melden. Kontakte sind im Internet unter www.eurobikercharity.de zu finden.Andreas Volz

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