Kirchheim

Der etwas andere Stadtbummel

Frauenkulturtage „Grüne“ Kirchheimerinnen zeigen sich ihre „Lieblingslädle“ in der Kirchheimer Innenstadt.

Die Teilnehmerinnen schlenderten drei Stunden durch die Stadt.
Die Teilnehmerinnen schlenderten drei Stunden durch die Stadt.

Kirchheim. Stadtbummel mal anders: acht Kirchheimer Geschäfte, die nicht schon außen mit „Bio“ oder „Öko“ werben. Die „Lieblingslädle“ von „grünen“ Kirchheimerinnen sind überwiegend chic, das Stöbern im Sortiment macht Laune, und es kommen erstaunliche Dinge auf den Tresen. Fast drei Stunden dauert die Tour, veranstaltet von den Grünen im Rahmen der Frauenkulturtage für Bürgerinnen. Sie zeigt exemplarisch, welche biologisch nachhaltigen Sortimente und Ideen es in den Gassen der Marktstadt gibt.

Zur besten Marktzeit samstags füllt sich der Caféladen „Småland“ mit rund 25 Kirchheimerinnen, die das Lädchen am Ende der Herdfeldstraße betreten. Es duftet nach frischem Kuchen und Kaffee. An den Wänden hängen farbenfrohe Kindersachen, Schals, Taschen, allerlei Bücher und Deko. „Frauen aus der Region nähen vieles aus unserem Sortiment“, bestätigt Inhaberin Carola Kruse und garantiert, dass ihre durchaus „enkeltauglichen“ Waren allesamt fair gehandelt sind und die Kleidungsstücke aus Biobaumwolle bestehen.

Beim Betreten der „Stilfabrik“ wundern sich viele, was die Modeboutique wohl mit Öko und Nachhaltigkeit zu tun haben mag. Es geht um „fair“ gehandelte Modelabels, die aus biologisch erzeugten Naturfasern in Europa produziert werden. „Solche T-Shirts schenke ich regelmäßig den Freundinnen meiner Söhne“, schmunzelt Stadträtin Sabine Bur am Orde-Käß.

Die Flachsstraße entpuppt sich als „Ökomeile“ der Innenstadt. Ein Geschäftsmodell ist die „Design Kooperative“, die Angela Dresel-Diehl als ihren Lieblingsladen vorstellt. Vier kunsthandwerkende Frauen betreiben ihn gemeinsam. Direkt nebenan in der „Tee- und Weinecke“ kauft Ulla Schreiner-Eckert, Mitarbeiterin des Landtagsabgeordneten Andreas Schwarz, gerne ein. Dort gibt es viele Tees in Bioqualität und Gewürze von kleinen Firmen aus der Nähe.

Nebenan bei „Wilbusch“ werden alte auf der Alb gewebte Stoffe gefärbt und zu neuen Kreationen verarbeitet. Leicht versteckt in der Sophienstraße gibt es im „Calendula“ exquisite Naturkosmetik. Birgit Sienz empfiehlt auch den „Knackpunkt“ in der oberen Fußgängerzone. Nicht direkt mit Bioprodukten handelt der Diakonieladen an der Hindenburgstraße, den Ulla Schreiner-Eckert empfiehlt. Hier geht es vor allem um die Weiterverwertung von gebrauchter Kleidung, Haushaltsgegenständen und Möbeln. „Alle Waren bekommen wir gespendet und verkaufen sie weiter“, erklärt Geschäftsführerin Annette Weißenstein.

Die Organisatorinnen des etwas anderen Stadtbummels sind hochzufrieden. „Mit so vielen Teilnehmerinnen hätten wir gar nicht gerechnet“, staunt Birgit Sienz. Der Stadtbummel im Rahmen der Frauenkulturtage ist Auftakt zum Wahlkampf. Ende Mai werden in Baden-Württemberg bekanntlich die Kommunalparlamente neu gewählt und „wir hoffen natürlich, dass wir weiterhin viel bewegen können“.Andrea Barner

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