Kirchheim

Der neue Markt sorgt für Verwirrung

Nahversorgung Seit Wochen wartet Ötlingen darauf, dass im ehemaligen CAP-Markt der „Bonus“ einzieht. Er kommt, auch wenn die Stadt etwas anderes sagt. Von Thomas Zapp

Altes Logo, leere Regale, verschlossene Türen, gesicherte Einkaufswagen: Noch deutet nichts auf die Neueröffnung in Ötlingen hin
Altes Logo, leere Regale, verschlossene Türen, gesicherte Einkaufswagen: Noch deutet nichts auf die Neueröffnung in Ötlingen hin.

Im Kirchheimer Stadtteil Ötlingen wundern sich die Anwohner derzeit über das Geschäft an der Stuttgarter Straße 181, das einst den CAP-Markt beherbergte: Außen prangt noch das alte Logo, innen stehen leere Regale, Aufsteller, Bänder und Aushänge vom vergangenen Jahr. Eigentlich würde man dort ein geschäftiges Treiben der Handwerker vermuten, denn im November vergangenen Jahres hatte CAP-Lizenznehmer und Leiter der Filderwerkstatt, Klaus Korschinek, die Übernahme der insgesamt vier Märkte im Landkreis durch die Stuttgarter Bonus GmbH angekündigt.

Als Eröffnungszeitraum wurde auf einer eigens anberaumten Pressekonferenz unter Beisein von Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Notzingens Rathauschef Sven Haumacher der Februar bis März genannt. Allein: Sichtbares hat sich seitdem für die Ötlinger und Notzinger nicht getan, noch zieren keine rot-grünen Bonus-Logos das Interieur. „Wie lange bleibt das jetzt so?“, fragen sich einige Anwohner.

Bonus-Geschäftsführer Manfred Kaul beruhigt gegenüber dem Teckboten: Die Übernahme des Marktes in Ötlingen wird wie geplant vonstatten gehen. Am 20. Februar um 10 Uhr morgens soll die Filiale im neuen Bonus-Look eröffnen. Auch für Notzingen wird es weitergehen: Dort soll der Startschuss für den neuen Bonus-Markt am 12. März fallen.

Diese Aussagen erstaunen, denn nur einen Tag zuvor klang das bei der Stadt Kirchheim noch ganz anders. „Leider ist es so, dass die gemeinnützige Bonus GmbH auf Nachfrage der Stadt im Dezember mitgeteilt hat, dass sie nicht wie beabsichtigt die vier CAP-Märkte im Landkreis Esslingen übernehmen wird“, teilte man dort auf Anfrage mit. In Ötlingen habe der Besitzer der Immobilie die bisherigen Pachtzahlungen verdoppeln wollen. Auf ein weiteres, deutlich reduziertes Angebot, habe Bonus dann nicht reagiert. Seitens der Stadt Kirchheim wolle man Gespräche mit einem weiteren gemeinnützigen Träger führen, der „großes Interesse an der Übernahme des CAP-Marktes in Ötlingen signalisiert“ hatte. An das Gespräch wolle man anknüpfen.

Neuhausen bleibt außen vor

„Wir treten nicht vom Vertrag zurück“, betont dagegen Manfred Kaul. Allerdings wird es doch eine Änderung der ursprünglich geplanten Übernahme aller vier Geschäfte geben. Den Markt in Neuhausen auf den Fildern wird die Bonus GmbH nicht übernehmen. „Der Markt wird ein Jahr lang saniert“, erklärt Manfred Kaul. Außerdem wolle der Besitzer eine andere Nutzung haben. Das Thema ist also definitiv erledigt, obwohl der Neuhausener Gemeinderat eine Unterstützung von 300 000 Euro zugesagt hatte.

Die Einwohner von Ötlingen und Notzingen können sich aber in Kürze auf die Märkte im neuen Look mit dem bekannten Konzept freuen, ebenso wie die Kunden in Stetten, einem Ortsteil von Leinfelden-Echterdingen. Nur die Produktauswahl wird künftig etwas anders sein. Statt mit Edeka arbeitet Bonus mit der Rewe-Gruppe als Hauptlieferant zusammen, wird dementsprechend auch deren Eigenmarken im Sortiment haben.

Wie sich die Gruppe an den schwierigen Standorten behaupten wird, bleibt aber abzuwarten. Ihr Vorteil: Im Gegensatz zum bisherigen Betreiber der CAP-Märkte mit vier Filialen ist die Bonus-Gruppe mit bisher 22 Geschäften in Baden-Württemberg und Bayern deutlich breiter aufgestellt und kann dadurch auch andere Lieferkonditionen aushandeln. Außerdem verfügt das Unternehmen über 20 Jahre Erfahrung. Das hatte Manfred Kaul bei der Präsentation im Dezember als Argument für ein erfolgreiches Engagement vorgebracht. So oder so: Vorerst ist die Nahversorgung in Ötlingen und Notzingen gesichert und das ist eine gute Nachricht für Anwohner und Mitarbeiter. Denn Bonus verfolgt wie sein Vorgänger auch ein integratives Konzept und hat zugesagt, die ehemaligen CAP-Mitarbeiter mit Behinderungen weiterzubeschäftigen.

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