Kirchheim

Der schnelle Weg zum gedeckten Tisch

Registrierung Robert Ruthenberg und Steffen Lauth wollen Wirten und ihren Gästen lästigen Papierkrieg ersparen.

Wirte sollen es einfacher haben. Symbolfoto
Wirte sollen es einfacher haben. Symbolfoto

Kirchheim. Für die einen ist es einfach nur lästig, für andere in puncto Datenschutz zumindest fragwürdig: Die Pflicht, sich vor jedem Restaurantbesuch zu registrieren, stößt längst nicht bei allen Gästen auf Bereitwilligkeit und Verständnis. Eine Lösung für das Problem glauben nun ein Kirchheimer Gastwirt und ein Software-Entwickler aus Nürtingen gefunden zu haben. Sicher, einfach und für lokale Gastro-Betriebe und ihre Kunden auch kostenlos soll eine digitale Lösung sein, die am heutigen Mittwoch erstmals online geht. Der Vorteil: Auf dtrace.de müssen sich Restaurantgäste nur einmal mit ihren persönlichen Daten registrieren. Danach genügt ein sekundenschneller Scan, um sich per Handy in allen Betrieben, die das System nutzen, ein- und wieder auszuchecken. Sogenannte QR-Codes zur papierlosen Registrierung per Smartphone nutzen zwar schon jetzt viele Gast­ronomen. Allerdings müssen ihre Gäste bei jedem Besuch aufs Neue ihre Kontaktdaten ins Handy tippen.

Not macht kreativ. Diese Erfahrung hat Robert Ruthenberg gemacht. Der Betreiber des Restaurants im Waldhorn am Kirchheimer Marktplatz saß eines Abends daheim auf dem Sofa. Über den Bildschirm flackerte das übliche Talkshow-Programm. In der Runde redeten sich Politiker über möglichen Wiedereinstiegs-Szenarien der Gastronomie die Köpfe heiß. Als deutlich wurde, dass die Registrierungspflicht zurückkehren würde, war Ruthenbergs erster Gedanke: Was kommt da auf uns zu? Berge von Papier, prall gefüllte Ordner mit Listen - für ihn war klar: Das muss auch anders gehen. Wie genau, um das zu erforschen, fand er im Nürtinger Sofware-Entwickler Steffen Lauth einen fundierten Mitstreiter.

Auf eine App für das Smartphone, wie sie in Corona-Zeiten massenhaft auf den Markt drängen, haben die beiden bewusst verzichtet. Weil ihr Weg einfacher und sicherer sei, wie Lauth verspricht. Das browsergestützte Programm ist mit jedem internetfähigen Handy zu verwenden. Auch für betagtere Gäste oder solche, die kein Smartphone besitzen, ist der Service nutzbar: Einmal registrieren, den QR-Code ausdrucken lassen und im Restaurant zum Scan vorzeigen. Das Wichtigste jedoch: Das Programm hinterlegt die persönlichen Daten verschlüsselt. Das heißt, kein Gastwirt sieht Adressen und Nummern seiner Kunden ein. Erst wenn Infektionsfälle bekannt werden und das Gesundheitsamt einschreitet, werden die Datensätze nach Anforderung der Behörde exportiert, und der Besucher erhält eine Benachrichtungs-Mail.

Für Ruthenberg und Lauth eine saubere Sache. Nicht nur für Gast­ronomen, sondern auch für andere Dienstleister wie Sportstudios oder Friseurbetriebe. „Viele Gäste haben einfach ein ungutes Gefühl wegen der Datensicherheit“, sagt Steffen Lauth. „Das wollen wir ihnen nehmen.“ Die Entwicklungskosten sind gering. „Steinreich werden wir damit wohl trotzdem nicht“, meint Lauth, auch wenn die beiden auf einen bundesweiten Markt schielen - dann allerdings gegen Entgelt.Bernd Köble

www.dtrace.de

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