Kirchheim

Der „Typ von nebenan“ im Hahnenkampf

TV-Unterhaltung Ein Kirchheimer geht aufs Ganze: In der RTL-Show „Die Bachelorette“ buhlt der 25-jährige Tim Stammberger mit 19 weiteren Mitstreitern um die Gunst der Junggesellin Gerda Lewis. Von Max Pradler

Tim Stammberger will in der RTL-Show „Die Bachelorette“ möglichst viele Rosen erhalten.Fotos: RTL
Tim Stammberger will in der RTL-Show „Die Bachelorette“ möglichst viele Rosen erhalten. Fotos: RTL

"Nimmst du diese Rose an?“ Wie oft Tim Stammberger aus Kirchheim die Frage aller Fragen zu hören bekommt, durfte er im Gespräch leider noch nicht verraten. Denn trotz der Tatsache, dass die sechste Staffel der RTL-Kuppelshow „Die Bachelorette“ bereits längst abgedreht ist, muss sich der sympathische Frauenschwarm in Stillschweigen hüllen. Doch so viel vorweg: Bereits in der ersten Folge machte der 25-Jährige bei Herzensdame Gerda Lewis ordentlich Eindruck. „Er hat ein unglaublich süßes Lächeln. Wenn er lacht, macht es mich glücklich, dann muss ich auch grinsen“, schwärmte das blonde Fitnessmodel bei der Vergabe der ersten Rose.

Dabei war die Teilnahme an der Dating-Show ursprünglich gar nicht geplant: Tim saß mit einem seiner besten Kumpels im Flugzeug, unterwegs auf die Philippinen. „Plötzlich hatte er die Idee, dass ich mich doch mal beim ‚Bachelor‘ oder der ‚Bachelorette‘ bewerben könnte, damit ich künftig mit ihm und seiner Freundin einen Pärchen-Urlaub verbringen kann“, verrät der junge Polizist.

Was eigentlich ein flapsiger Spruch sein sollte, wurde schon kurz darauf ernst. „Zuerst haben wir da gar nicht mehr drüber nachgedacht“, erzählt Tim, „aber als wir dann wieder zu Hause waren, haben wir es einfach mal probiert.“ Die Überraschung war umso größer, als dann die Zusage vom TV-Sender kam und er zu den Dreharbeiten nach Griechenland eingeladen wurde. „Damit hätte ich wirklich nie gerechnet.“

Mit Zurückhaltung zum Erfolg

Das Prinzip der Sendung ist denkbar simpel, weckt aber nicht selten voyeuristische Instinkte. 20 Männer buhlen in einer griechischen Luxusvilla um die Gunst einer Frau. Bei Einzeldates kommen sich beide Geschlechter näher - küssen und anfassen ist dabei ausdrücklich erlaubt. Flankiert wird das Ganze nicht nur durchgängig von den RTL-Kamerateams, sondern auch von Unmengen penetranter Instagram-Postings der Kandidaten. Länger anhaltende Momente von Verklemmtheit sind aber ohnehin nicht das Markenzeichen der Sendung. Trotzdem - oder wahrscheinlich gerade deshalb - schauen im Schnitt immerhin vier Millionen Zuschauer zu.

Gegen 19 testosterongeladene Mitstreiter anzutreten, um das Herz einer hübschen Junggesellin zu erobern, erfordert allem Anschein nach also riesiges Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen. Doch nicht so bei Tim: Bei ihm steht seine ruhige zurückhaltende Art im Fokus. „Ich bin kein Aufreißer-Typ. Ich bin eher so der normale Kerl von nebenan. Aber es ist nun mal Teil des Formats, deshalb muss ich über meinen Schatten springen.“

Bei der Partnersuche ist der Kirchheimer ein Freund der alten Schule: Er legt Wert auf Treue, Ehrlichkeit und Respekt. Aber auch schöne Augen und eine zierliche Nase wecken seine Aufmerksamkeit. „Bachelorette“ Gerda Lewis hat in dieser Hinsicht jedenfalls voll seinen Geschmack getroffen. „Als ich sie das erste Mal gesehen habe, hat sie mich optisch total umgehauen“, erzählt Tim begeistert, der nach einer dreijährigen Beziehung seit Ende 2017 Single ist. Eines liegt ihm in der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit besonders am Herzen: „Man sollte nicht immer gleich das Handtuch werfen, sondern auch mal um eine Beziehung kämpfen“, findet der Hobbysportler.

Nervenkitzel auch in der Freizeit

Im März zog es Tim nach Kirchheim, seitdem arbeitet er als Streifenbeamter in Filderstadt. Zuvor lebte er drei Jahre lang in Karlsruhe und wurde dort im Dienst überwiegend bei Demonstrationen oder Fußballspielen eingesetzt. Seine neue Heimat ist ihm aber bereits jetzt ans Herz gewachsen. „Ich fühle mich hier pudelwohl. Kirchheim hat sich für mich schon recht schnell als ‚meine Stadt‘ angefühlt.“

Auch in seiner Freizeit steht der „Bachelorette“-Kandidat auf Nervenkitzel: Nach Feierabend schwingt er sich regelmäßig noch eine Runde aufs Motorrad oder powert sich beim Kickboxen aus.

Die Ruhe findet er im stressigen Alltag hingegen in der Fotografie. Tim sagt von sich: „Ich mag es, schöne Erinnerungen mit schönen Bildern einzufangen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass ihm auch die Teilnahme an „Die Bachelorette“ in positiver Erinnerung bleibt.

Die zweite Folge „Bachelorette“ ist am heutigen Mittwochabend ab 20.15 Uhr auf RTL zu sehen.

Drei Fragen an Tim Stammberger

Tim

1. Die bisherigen Staffeln beim „Bachelor“ oder „Bachelorette“ stehen ja nicht unbedingt für langfristige Liebesbeziehungen. Mit welchen Erwartungen gehst du an das Format?

Ich finde, man sollte jede Staffel individuell betrachten. Deshalb bin ich auch total unvoreingenommen an die ganze Sache rangegangen. Tendenziell ist die Chance wahrscheinlich eher gering, tatsächlich seine große Liebe zu finden. Aber wer weiß . . .

 

2. Wie fühlt es sich für dich an, plötzlich in der Öffentlichkeit zu stehen?

Der Rummel um meine Person ist für mich noch sehr ungewohnt. Ich werde auch schon teilweise auf der Straße erkannt. Aber damit muss man ja rechnen, wenn man bei dieser Sendung mitmacht. Deshalb versuche ich einfach, damit klarzukommen.

 

3. Wie steht dein Arbeitgeber, die Polizei, dazu, dass du plötzlich in der Öffentlichkeit bekannt bist und darüber hinaus für die Dreharbeiten auch noch lange Zeit im Dienst gefehlt hast?

Ich musste es natürlich erst mal beantragen. Und da es um viel Öffentlichkeit und medialen Rummel geht, war die Polizei da erst mal etwas skeptisch und konservativ. Aber letztlich haben sie es dann doch genehmigt. max

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