Kirchheim

Der Wind bläst offensichtlich frisch genug

Bei der Abstimmung.
Bei der Abstimmung. Foto: Carsten Riedl

Kommentar Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Kirchheims Bürgerschaft ihre Oberbürgermeisterin nach zwei Amtszeiten abgewählt hat. Dieses Schicksal ist dem Ersten Bürgermeister erspart geblieben, wenn auch ausgesprochen knapp. Das Wahlergebnis von 18 zu 16 spiegelt einerseits den Wunsch nach Beständigkeit und ist ein Bekenntnis zu Günter Riemer. Andererseits ist es in seiner Knappheit nicht gerade ein euphorisches Lob für seine Arbeit und seinen Stil.

2019 haben die Kirchheimer Bürger mit der Oberbürgermeisterwahl ein politisches Beben ausgelöst. Vielleicht hat dies den Boden bereitet für die gestrige Wahl im Ratsrund: Die Verwaltungsspitze ist bereits ausgetauscht, Kirchheims Bedarf an frischem Wind und neuen Ideen ist offensichtlich gedeckt. Die Stadträte wünschen sich Kontinuität, und die garantiert am ehesten eine reibungslose Fortführung des Amtes in einer dritten Wahlperiode.

Die Gegenkandidatin braucht nicht zu hadern. Sie hat überzeugend Kompetenz und Engagement ausgestrahlt. Doch ihre Wahl hätte zwangsläufig die Abwahl des Amtsinhabers bedeutet. Aus dem frischen Wind wäre ein Sturm geworden, denn auch die Arbeit, die die Räte im Verbund mit dem Bürgermeister 16 Jahre lang geleistet haben, wäre ein Stück weit abgewertet worden. Irene Strifler

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