Kirchheim

Die Ablenkung ist heute größerNachgefragt

Fahren im Wandel der Zeit

Uwe Hildebrandt führt die Fahrschule zusammen mit seinem Bruder Jens in zweiter Generation. Er spricht über die Veränderungen im Lauf der Jahre.

Uwe Hildebrandt.Foto: Barner
Uwe Hildebrandt.Foto: Barner

Ihr Vater, Karl-Heinz Hildebrandt, hat die Fahrschule 1966 gegründet, Sie selbst haben 1992 die Leitung übernommen. Wenn Sie mal vergleichen: Was hat sich in 50 Jahren Fahrschulbetrieb verändert?

UWE HILDEBRANDT: Wir müssen heute viel mehr Aufwand betreiben. Früher haben die Schüler ihre Fragebögen bekommen und die Antworten einfach auswendig gelernt. Heute geht es mehr um das „Verstehen“. Die Fragestellungen sind viel umfangreicher geworden.

Inwiefern haben sich die Unterrichtsmethoden geändert?

HILDEBRANDT: Wir zeigen zum Beispiel Videos zu verschiedenen Gefahrensituationen und spielen mit den Schülern durch, wie man reagiert. Die Praxis wird in die Theorie eingebaut. Du musst heute verstehen, was „Sache“ ist. Der Aufwand beim Lernen ist heute größer geworden.

Kommen auch digitale Medien zum Einsatz?

HILDEBRANDT: Natürlich. Du kannst zum Beispiel mit dem Handy lernen und auf dem Computer. Aber da gibt’s so viele Ablenkungen, wie Whatsapp-Nachrichten oder Facebook. Dieses „Ich setz mich jetzt mal hin und lerne“ ist genau wie in der Schule wahnsinnig schwer. Deshalb brauchen die Schüler heute oftmals länger als vor einigen Jahren.

Wie motivieren Sie heutzutage die Schüler?

HILDEBRANDT: Indem wir ihnen ganz klare Zielvorgaben machen: Wie lange die Theorie dauert, wann das Praktische losgeht, wann die Prüfung ist. Es gibt zum Beispiel auch Kompaktkurse, in denen das ganze Theorie-Programm in sieben Tagen durchgezogen wird. Und wir führen sie mit Spaß an die Lerninhalte heran. Ich rede unter anderem von Gruppenarbeit, wo manchmal total kreative Ideen entstehen. Es gibt hier keine Schultafel mehr, sondern ein interaktives Whiteboard.

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