Kirchheim

Die AfD rechnet mit „20 plus“ bei der Landtagswahl

Kundgebung Eine Motorradsternfahrt der AfD endete am Freitagabend auf dem Kirchheimer Rollschuhplatz.

Wahlkampf mit schweren Maschinen: Die AfD setzt sich für die Freiheit der Motorradfahrer ein. Foto: Markus Bdändli
Wahlkampf mit schweren Maschinen: Die AfD setzt sich für die Freiheit der Motorradfahrer ein. Foto: Markus Bdändli

Kirchheim. Es war eine überschaubare Veranstaltung, als die AfD auf dem Kirchheimer Rollschuhplatz eine ihrer ersten Kundgebungen zur Landtagswahl abhielt: etwa 25 Teilnehmer und ein paar Passanten, die schnell weitergingen. Die Polizei war ebenfalls zugegen, um bei möglichen Zusammenstößen eingreifen zu können. Die Lage blieb aber friedlich.

Selbst verbal gaben sich die AfD-Vertreter überwiegend friedlich. Mit Motorrädern waren sie nach Kirchheim gekommen, nachdem sie den ganzen Tag über auf Sternfahrt im Altkreis Nürtingen unterwegs waren: Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass Motorradfahren de facto abgeschafft werden soll - wenn in fünf Jahren keine Verbrennungsmotoren mehr zugelassen seien.

Außerdem verbanden sie das Thema „Zweiräder“ mit dem Thema „Windräder“: Sie befürchten, dass in Baden-Württemberg schon bald Nabenhöhen von 200 Metern erlaubt sind. Und sie sorgen sich um den Schrott, der einfach stehen bleibe, auch wenn das Windrad eines Tages längst nicht mehr in Betrieb sein sollte.

Eher verhalten sprechen sie andere Themen an. Christof Deutscher, Kandidat für den Landtagswahlkreis Kirchheim, ist „durch die Ereignisse im Jahr 2015“ zur AfD gekommen. Jetzt will er „ein schlagkräftiges Wahlkampfteam zusammenstellen“ und mit seiner Partei in Baden-Württemberg ein Ergebnis von „20 plus“ erzielen.

Bei seinem Nürtinger Kollegen Hansjörg Schrade waren es die Euro-Rettung und der Europäische Stabilitätsmechanismus, die ihn von den Grünen zur AfD brachten: „Mit immer mehr Schulden kann man keinen Staat machen.“ Der Bundestagsabgeordnete Markus Frohnmaier warnt sogar schon vor „Global Bonds“, vor „völlig überzogenen Corona-Bedingungen“ oder auch vor einer Krise, „wie sie seit 1929 hier nicht mehr zu erleben war“. Er will das Lieferkettengesetz verhindern und Rücküberweisungen von Geld in die Heimatländer von Flüchtlingen erschweren. Dadurch - und durch „stabile Grenzsicherung“ - will er „den Migrationsdruck verringern“. So kommt er am Ende doch noch auf das Thema, das zu erwarten war: „Wir brauchen einen Lobbyismus für das deutsche Volk, dem ja auch das Reichstagsgebäude in Berlin gewidmet ist.“

Schnell ist alles wieder vorbei. Zu großen Diskussionen kommt es nicht: Nicht nur Corona hat eine Bewirtung verhindert. Auch die Zahl der Gäste war ja überschaubar geblieben. Andreas Volz

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