Kirchheim

Die Bahn ist der größte Verbraucher

Gifteinsatz Um die Gleise unkrautfrei zu halten, setzt die DB auf Glyphosat – und sucht gesetzesbedingt nach Alternativen.

Region. Die Deutsche Bahn ist der größte Einzelverbraucher von Glyphosat. Laut Handelsblatt verbraucht die Bahn 75 Tonnen Glyphosat im Jahr, was 0,4 Prozent der in Deutschland insgesamt ausgebrachten Herbizidmengen entspricht. Mit diesem Mittel werden die Bahndämme unkrautfrei gehalten. Um die Sicherheit entlang der Strecken zu gewährleisten, hält es die DB bislang für unabdingbar, dieses giftige Mittel einzusetzen.

„Für die Deutsche Bahn steht der Klima- und Umweltschutz an oberster Stelle“, behauptet eine Bahnsprecherin. Die Bahn würde den Einsatz von Glyphosat lieber gestern als heute vermeiden, aktuell stehe aber noch keine wirksame Alternative zur Verfügung. „Daher arbeiten wir mit Hochdruck daran, Alternativen zum Einsatz von Glyphosat zu entwickeln“, so die Sprecherin. Zusammen mit dem Bundesumweltministerium will die Bahn ein Forschungsprojekt aufsetzen, um wirksame Möglichkeiten zu finden, das über 33 000 Kilometer lange Streckennetz ohne Glyphosat und damit ebenso umweltfreundlich wie sicher zu betreiben.

Drei Alternativen zu Glyphosat

Drei Verfahren hat die DB identifiziert, die als mögliche Alternativen zu Glyphosat im Gleisbereich zum Einsatz kommen könnten. Dabei handelt es sich zum einen um heißes Wasser, mit dem die Pflanzen verbrüht werden. „Heißwasser kommt bislang vor allem im kommunalen Bereich zum Einsatz“, erklärt die Bahnsprecherin.

Dann gibt es das „Electro Weeding“. Dabei werden Pflanzen mittels elektrischem Strom kontrolliert. Dieses Verfahren findet laut Bahn bislang vereinzelt Anwendung in der Landwirtschaft.

Beim UV-C-Licht-Verfahren werden Pflanzen mit energiereichem UV-Licht „verbrannt“. „Das Verfahren ist neu und es hat bislang noch keine Anwendung gefunden“, so die Bahnsprecherin.

Heute würden beim Umgang mit Glyphosat qualifizierte Fachfirmen nach strengen Kriterien im Auftrag der Bahn arbeiten. „Um Nachbargrundstücke nicht zu tangieren, bringen wir das Herbizid nicht bei Wind aus“, erläutert die Sprecherin. Außerdem werde Glyphosat nicht in Schutzgebieten und über offenen Gewässern sowie auf Brücken eingesetzt.

„Die Vegetationskontrolle ist unverzichtbar für einen sicheren Bahnbetrieb“, sagt die Bahnsprecherin. Die DB verwende ausschließlich Herbizidprodukte, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit speziell für den Gleisbereich zugelassen sind.Iris Häfner

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