Kirchheim

„Die einzige Möglichkeit, die wir sehen, ist das Impfen“

Pandemie Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader berichtet über die Corona-Lage im Sommer.

Kirchheim. In Zeiten rückläufiger oder zumindest niedriger Infektionszahlen fällt ein Bericht zur Corona-Lage deutlich leichter als zu Jahresbeginn - zu Zeiten also, als ein Ende des Dauer-Lockdowns noch lange nicht abzusehen war. Insofern konnte Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader im Gemeinderat mit merklicher Erleichterung feststellen: „Die Inzidenzen haben sich im Juli sehr positiv entwickelt.“ Gemeint war damit, dass sie sich auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben. Allerdings wollte der Oberbürgermeister auch diese erfreulichen Zahlen vorerst nur mit äußerster Vorsicht genießen: „Bundesweit steigen die Neuinfektionen wieder - und die Inzidenzen folgen diesem Anstieg etwas später.“

Deshalb wolle die Stadt Kirchheim auch weiterhin daran festhalten, dass es in der Stadt Möglichkeiten für Schnelltests gibt: „Die Nachfrage nach Schnelltests ist deutlich zurückgegangen. Trotzdem sind wir daran interessiert, dass zumindest die Teststation im Kornhaus erhalten bleibt. Da gibt es ja auch eine Kooperation zwischen der Adler-Apotheke und Sommernachtskino.“

Testen allein ist für Pascal Bader aber nicht das entscheidende Mittel, um die Pandemie in den Griff zu kriegen und dauerhaft in eine Art Normalität zurückkehren zu können, wie sie vor Beginn der Corona-Krise geherrscht hatte: „Die einzige Möglichkeit, die wir sehen, um das Coronavirus zu bekämpfen, ist das Impfen.“

Große Sorge bereite ihm die Tatsache, dass die Zahlen bei den Erstimpfungen stark einbrechen. Die Impfwilligen, die zu Beginn des Jahres monatelang verzweifelt auf einen Termin warten mussten - selbst wenn sie eine Impfberechtigung hatten -, sind jetzt längst alle bedient worden. So erfreulich das sein mag, so sehr sieht der Oberbürgermeister das Problem, dass das Pendel jetzt in die andere Richtung ausschlägt: Es gibt genügend Impfstoff, aber nicht mehr genügend Mitbürger, die davon Gebrauch machen wollen.

Impfen im „Pop-up-Modus“

Die Landesregierung unterstütze deswegen Kampagnen und Impfaktionen - wie kürzlich ein sonntägliches „Pop-up-Impfen“ in Kirchheims Innenstadt: „Da wurden 170 Dosen Johnson & Johnson verimpft. Weil es in diesem Fall nur eine Impfung braucht, wollen wir mit solchen Aktionen gezielt auch Menschen mit einem erschwertem Zugang zu den Impfzentren erreichen.“

In der Stadtverwaltung gebe es erstmals seit langer Zeit wieder Termine ohne Vereinbarung. Security-Personal brauche es im Rathaus aber noch bis nach den Sommerferien: „Das dient der Besucherlenkung - zumal uns ein geeigneter Wartebereich fehlt.“ In den Kitas wiederum gebe es viele krankheitsbedingte Ausfälle. Weil aber auch die Springkräfte möglichst in der gleichen Einrichtung bleiben sollten - coronabedingt -, seien Teilschließungen an einzelnen Standorten nicht zu vermeiden. Andreas Volz

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