Kirchheim

Die Holzwand ist schon wieder weg

Verkehr Autofahrer reiben sich ungläubig die Augen: Die umstrittene Bretterwand wurde abgebaut – aus Sicherheitsgründen, heißt es bei der Stadt Kirchheim. Von Melissa Seitz

Holzwand Schlierbacher Eck Notzingen Waldfriedhof Verkehr KreuzungBretterwandSeit einigen Wochen zwingt in Kirchheim eine Brette
Holzwand Schlierbacher Eck Notzingen Waldfriedhof Verkehr KreuzungBretterwandSeit einigen Wochen zwingt in Kirchheim eine Bretterwand Autofahrer zum Anhalten. Sie steht dort, wo die Notzinger Steige in den Wangerhaldenweg mündet. In Leserbriefen und der Facebook-Seite des Teckboten sorgt das für Diskussionen.

Und plötzlich ist es weg, dieses hölzerne Ding, das die Gemüter der Kirchheimer erhitzt hat. Wenige Tage lang stand an der Kreuzung Notzinger Steige und Wangerhaldenweg eine Bretterwand. Sie stellte für Autofahrer und Fußgänger ein Brett vor dem Kopf dar, und zwar wortwörtlich. Die hölzerne Wand sorgte für Zündstoff: In Facebook und in Leserbriefen hagelte es Kritik. Als einen „Aprilscherz“ oder gar „Schildbürgerstreich“ bezeichneten aufgebrachte Bürger die Idee der Stadt.

Seit gestern Morgen ist die Bretterwand weg. Aus Sicherheitsgründen wurde sie wieder abgebaut, heißt es in einer Pressemitteilung. - Aus Sicherheitsgründen war sie aber auch aufgebaut worden. „Viele Autofahrer haben die Stopp-Stelle nicht beachtet. Unser ursprünglicher Gedanke war es, alle zum Anhalten zu bewegen“, erklärt Pressesprecher Dennis Koep. Eigentlich sollte die Maßnahme für weniger Unfälle an der Kreuzung sorgen. Mit dem Ziel, ein Problem zu lösen, hat sich die Stadt aber ein neues Problem geschaffen. „Die Wand hat die Sicht für Autofahrer eingeschränkt“, berichtet Dennis Koep. Die Sorge gilt vor allem Fußgängern: „Wir haben festgestellt, dass in einigen Situationen Fußgänger vom Verkehr, der in die Steige einbiegt, nicht rechtzeitig erkannt wurden“, sagt Bürgermeister Günter Riemer. Andersrum gilt: Wer dort am Zebrastreifen stand, konnte kaum die ganze Kreuzung überblicken.

Besonders Familien haben sich bei der Stadt über die Verkehrssituation beklagt. Sie haben Angst um ihre Kinder. Ein No-Go für Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die die Fehlentscheidung auf der Stelle rückgängig machte: „Die Sicherheit der Kinder muss zu hundert Prozent gewährleistet sein.“

Unfallschwerpunkt In den vergangenen Jahren hat es an der Einmündung im Schnitt sieben- bis achtmal gekracht. Damit in Zukunft der Unfallschwerpunkt entschärft wird, überlegt sich die Stadt derzeit eine Alternative zur Holzwand.

Es war einmal eine Bretterwand: Seit gestern Morgen herrscht dort, wo die Notzinger Steige in denWangerhaldenweg mündet, wieder
Es war einmal eine Bretterwand: Seit gestern Morgen herrscht dort, wo die Notzinger Steige in denWangerhaldenweg mündet, wieder freie Sicht.Fotos: Carsten Riedl¿/¿Jean-Luc Jacques
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