Kirchheim

Die Kunst ganz im Mittelpunkt

Ausstellung Literatur, Musik und Bilder verbinden sich im Steingau-Zentrum zu einer ungewöhnlichen Veranstaltung.

Hans-Hilmar Seel trägt im Steingau-Zentrum Gedichte vor: Romantisches, Ironisches und Humorvolles. Foto: Carsten Riedl
Hans-Hilmar Seel trägt im Steingau-Zentrum Gedichte vor: Romantisches, Ironisches und Humorvolles. Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Wer die Bogdanov-Ausstellung im Steingau-Zentrum bereits besucht oder im Café Hope zu Mittag gegessen hat, konnte die wunderbare Atmosphäre im Saal durch die dort ausgestellten Aquarelle bereits selbst erfahren. Es ist der perfekte Raum, um sich einen Abend lang ganz der Kunst zu widmen – eine wunderbare Kombination von Lesung und Konzert inmitten der Bilder.

Der angekündigte russische Chor „Babuschki“ konnte leider nicht auftreten, stattdessen empfing das sympathische Trio „3 Pickers“, bestehend aus Ludwig Hirsch, Eberhard Roth und Wilfried Patz, mit American Old-Time Music und irischen Tunes.

Passend zur Verbindung der drei verschiedenen Künste hatte der Schriftsteller und Maler Hans-Hilmar Seel aus seinem Gedichtband „Seel’s Kunst-Kaleidoskop“ Gedichte über Künstler, Kunstakademien, Kunstexperten und Vernissagen ausgewählt. Mit feiner Ironie und einem treffenden wie humorvollen Blick auf kleine, allzu menschliche Schwächen und Eitelkeiten unterhielt er seine Zuhörer bestens. Die locker aufgestellten Tischgruppen, zwischen denen er beim Rezitieren seiner Gedichte umherging, ermöglichten einen direkten, ungezwungenen Kontakt zwischen dem Schriftsteller, den Musikern und dem Publikum, was der Veranstaltung ein ganz besonderes Flair verlieh.

In der Pause sorgte die Solidaritätskampagne „Starkes Kirchheim“ für eine reichhaltige Bewirtung, während Bilder, Werke aus Bogdanovs Künstlermappe sowie Gedichtbände von Seel erworben werden konnten. Die jeweiligen Erlöse und Spenden gingen zum Teil an „Starkes Kirchheim“.

Danach folgten Gedichte in einem ganz anderen Tonfall: Nachdem Seel „im ersten Teil vielleicht etwas frech war“, trug er zwei verträumte, romantische Gedichte vor. In dieser warmherzigen Atmosphäre hielt eine Besucherin, die Malerin Vera Stütz-Neumann, eine spontane Laudatio auf Vyacheslav Bogdanov. Seel fuhr mit weiteren humorvollen Gedichten über Schönheitsideale, Geltungssucht und Dichtung im Allgemeinen aus den Büchern „Seels Kunst-Kaleidoskop“ und „Zeit zum Leben“ fort. Die Besucher ließen den Abend bei Gesprächen ausklingen; er wird wohl jedem in guter Erinnerung bleiben. Elisabeth Kanski

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