Kirchheim

Die Kunst tritt in die Stadt hinaus

Ausstellung Annett Zinsmeister kreiert im und am Kirchheimer Kornhaus die Kunstinstallation „Speicher/Transformation“. Sie ist jederzeit frei zugänglich. Von Elisabeth Kanski

Die neue Kunstinstallation der Berlinerin Annett Zinsmeister macht nicht hinter den Mauern des Kornhauses halt. Fotos: Christian
Die neue Kunstinstallation der Berlinerin Annett Zinsmeister macht nicht hinter den Mauern des Kornhauses halt. Fotos: Christian Schlienz

Wer in diesen Tagen einen genauen Blick auf die Fassade des Kirchheimer Kornhauses wirft, wird schnell die vier großen Projektionsflächen entdecken, die einen Teil der Installation der Berliner Künstlerin Annett Zinsmeister bilden. Hinzu kommt eine begehbare Installation im Eingang der Galerie im Kornhaus, die zu bestimmten Zeiten öffentlich zugänglich ist.

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Bei der Vernissage fanden sich zahlreiche Kunstinteressierte zusammen, um dieses Kunstwerk zu erleben. Die Eröffnung fand mit einem Sektempfang draußen vor dem Kornhaus statt, sodass immer wieder Passanten hinzustießen. So verwirklichte sich etwas, das sich Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker schon lange gewünscht hatte: Die Kunst tritt endlich in den Stadtraum hinaus. Sie wird ein Teil von Kirchheim.

Florian van het Hekke, Kurator der Ausstellung, erklärte, wie sein Kontakt zur erfolgreichen Künstlerin und Professorin für Kunst und Gestaltung Annett Zinsmeister entstand und wie die Ausstellung unter tatkräftiger Mithilfe vieler Förderer und Helfer auf die Beine gestellt werden konnte.

Es sei kein Zufall, dass die Künstlerin den Betrachter ihres Kunstwerks vor das Kornhaus stellt, wie der künstlerische Leiter des Kunstvereins Esslingen Christian Gökke in seiner Einführung betonte. Die Rauminstallation an der Schnittstelle von Kunst und Architektur ist in das Kornhaus eingebunden und macht auf diesen Raum und seine Geschichte aufmerksam.

So bezieht sich der Titel in mehrfacher Hinsicht auf das Kornhaus, das bis 1851 als Getreidespeicher genutzt wurde und heute Museumsstücke „speichert“. Mehrfach in seiner Geschichte wurde das Gebäude transformiert – 1949 in ein Feuerwehrhaus, 1977 in ein Museum und eine Galerie. Nur wurde es von der aktuellen Kunstinstallation verwandelt.

Welche Güter die Speicher in den wechselnden Projektionen beinhalten könnten und was genau der begehbare Raum mit seinen scheinbar unendlich wiederkehrenden Pattern eigentlich ist, bleibt dabei offen. Christian Gökke beschrieb neben dem Kunstwerk auch den künstlerischen Werdegang von Annett Zinsmeister, der mit Fotografie begann und sich immer mehr zu großen Installationen und der Beschäftigung mit sich verändernden Räumen hin entwickelte.

Durch Ausstellungen in Nürtingen und Stuttgart ist die in Stuttgart geborene Künstlerin in der Region bekannt. Sie stellt ihre Werke jedoch auch in den großen öffentlichen Sammlungen der Welt aus, beispielsweise im Museum of Modern Arts in New York oder in der Kunstsammlung des Bundestags in Berlin. Die von ihr entworfenen Raumszenarien zwischen Fiktion und Realität lassen ihre Betrachter die Geschichten und sozio-kulturellen Hintergründe der dokumentierten Räume entdecken.

Info Die Kunstinstallation „Speicher/Transformation“ im Kirchheimer Kornhaus kann bis zum 27. November rund um die Uhr besichtigt werden. Der begehbare Teil der Installation ist freitags von 14 bis 17 Uhr sowie an Samstagen und Sonntagen von 11 bis 17 Uhr zugänglich.

Die neue Kunstinstallation der Berlinerin Annett Zinsmeister macht nicht hinter den Mauern des Kornhauses halt. Fotos: Christian
Die neue Kunstinstallation der Berlinerin Annett Zinsmeister macht nicht hinter den Mauern des Kornhauses halt. Fotos: Christian Schlienz