Kirchheim

Die Mischung macht‘s

Maultaschen gehen immer - egal ob die vegetarischen oder die mit Fleisch.
Maultaschen gehen immer - egal ob die vegetarischen oder die mit Fleisch.

Nein, das wird nichts mehr, so tief ich mich auch ins Discounterregal hineinwühle: Erbsen, Erbsen, Erbsen. Kein einziger Dreierpack Dosen mit Mais. Klar, der Laden bekommt die Kartons und Paletten gemischt angeliefert: Erbsen, Erbsen mit Möhrchen, Mais. Aber warum stimmt die Mischung nicht?

Solche Mischungen gibt es viele. Bei den Butterkeksen ist Vollkorn übrig und für mich normal. Bei den Tomatensoßen scheine ich in einem anderen Laden die Vorliebe für die Sorte „Basilikum“ mit einigen anderen Kunden zu teilen. Denn manchmal gehe ich leer aus, wenn ich nicht Bolognese oder Ricotta will. Noch mehr Glück erfordert die Bio-Trinkschokolade. Die Edelbitter-Sorte kostet gleich, enthält mehr Kakao, ist aber schwer zu kriegen. Wann füllen die endlich wieder auf?

Ich verstehe die Welt nicht: Warum passen die Lieferanten das Mischverhältnis nicht an die Nachfrage an? Weil sie keine Rückmeldung bekommen? Weil für die EDV alle Sorten gleich sind? Da beschäftigen die Händler und Lieferanten Horden von Marketingleuten, Werbeagenturen und Logistikexperten und kriegen so ein paar Dosen und Packungen nicht richtig gemixt? Dabei kostet es Umsatz, wenn es die beliebtere Sorte erst dann wieder gibt, wenn der Bestand an der unbeliebteren Sorte genügend abgenommen hat! Zudem sorgt dieser Zustand, je nach Penetranz der Sortensucher, im Regal ordentlich für Unordnung.

Oder bleibt die Mischung so unpassend, weil eine Mischkalkulation vorliegt? Weil Kakao aus fairem Handel erheblich teurer als Zucker ist? Oder soll die Auswahl gar erzieherische Wirkung haben? Dann dürfte bei den Pfannkuchen aber nicht die süßere Variante übrig bleiben. Gibt es vielleicht regionale Unterschiede und ist die Mischung ein Kompromiss, weil Schwaben und Sachsen beim dank Marktforschung bekannten Erbsenkoeffizienten einfach inkompatibel sind?

Die Maultaschen sind ebenfalls betroffen, da bleiben in meinem Stammgeschäft oft die mit Gemüse übrig. Das ist jetzt aber nicht wirklich schlimm. Denn für einen Schwaben wie mich geht da fast jede Sorte, ob Rind, Schwein, Geflügel oder vegetarisch. Wenn‘s sein muss jeden zweiten Tag.

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