Kirchheim

„Die Petition ist nachvollziehbar“

Dr. Corina Schimitzek
Dr. Corina Schimitzek.

Für eine Generation von Schülern hat der Stichtag 30. September für die Einschulung gegolten. Jetzt soll das Rad zurückgedreht werden. Was sagt die Leiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen, Dr. Corina Schimitzek, zu den Absichten des Kultusministeriums? Der Teckbote hat sie dazu befragt.

Was halten Sie davon, den Stichtag vom 30. September auf den 30. Juni vorzuziehen?

Dr. Corina Schimitzek: Noch gibt es dazu keine Gesetz, aber eine Absichtserklärung der Kultusministerin. Den Stichtag vorzuziehen, ist überlegenswert. Denn es sind nicht nur ein paar Eltern, die ihre Kinder zurückstellen. Landesweit haben wir relevante Zahlen.

 

Was für eine Sprache sprechen die Zahlen im Landkreis Esslingen? Wie viele Eltern haben für das kommende Schuljahr eine Zurückstellung ihres Kindes beantragt?

Dr. Schimitzek: Wir haben dieses Jahr im Landkreis Esslingen 4000 neue Erstklässler. Für über 200 gibt es einen Antrag auf Rückstellung. Das ist gar nicht so wenig. Ich gehe aber davon aus, dass es in den nächsten Jahren keine großen Verschiebungen bei den Zahlen für die Einschulung geben wird, weil es sicher Eltern gibt, die ihre Kinder früher in die Schule schicken.

Handelt es sich bei den Kindern, die zurückgestellt werden, überwiegend um „Sommerkinder“?

Der große Schwung beginnt tatsächlich mit Kindern, die erst im Juli sechs werden. Von den gut 200 Kindern, die für dieses Schuljahr zurückgestellt wurden, haben deutlich über 100 im September Geburtstag. Die Petition der Eltern ist für mich damit durchaus nachvollziehbar.

Wann ist denn für Sie der richtige Stichtag?

Das kann man nicht verallgemeinern. Man muss jeweils auf das einzelne Kind schauen. Das hängt von seinen motorischen, kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten ab. Wichtig ist dieser Dreiklang. Wenn das Kind nur in einem Bereich schulfähig ist, muss man sehen, ob das reicht, um den Rest auszugleichen. Die motorische Entwicklung beispielsweise ist wichtig für spätere Leistungen in Mathematik. Klar ist aber auch, wir brauchen eine Stichtagsregelung.

Ist die Einschulungsuntersuchung bereits im vorletzten Kindergartenjahr hilfreich, um Kinder fit für die Schule zu machen?

Auf jeden Fall. Sie wird relativ früh gemacht. Es bleibt dann noch genügend Zeit für gezielte Förderung. Anke Kirsammer

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