Kirchheim

Die Stadt setzt Nilgänse auf Diät

Natur Wenn Vögel an den Bürgerseen mit Futter verwöhnt werden, verlieren sie ihre Scheu. Außerdem leidet die Wasserqualität.

Nilgänse am Bürgersee. Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Das Naherholungsgebiet Kirchheimer Bürgerseen erfreut sich besonders an heißen Sommertagen wie jetzt großer Beliebtheit. Kein Wunder: Der untere See, der teilweise zum Baden freigegeben ist, verfügt laut EU-Richtlinie über eine ausgezeichnete Wasserqualität. Diese Aussichten werden jedoch durch frei lebende Nilgänse getrübt, die Badestellen in Kirchheim verunreinigen. Die Stadtverwaltung ruft die Bevölkerung jetzt „zum Wohle der Bürgerseen und aller Erholungssuchenden“, wie es in einer Pressemitteilung steht, dringend dazu auf, auf das Füttern der Vögel zu verzichten.

Seit 2013 in der Stadt

Zu den zahlreichen Wildvögeln die an den Kirchheimer Bürgerseen leben, gehören seit 2013 auch die besonders auffälligen großen Nilgänse. Nilgänse wurden im frühen 18. Jahrhundert als Ziervögel nach Europa eingeführt und dort in Parks gehalten. Seit den 1970er-Jahren hat auch die Zahl der frei lebenden Nilgänse zugenommen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, suchen aber auch Getreidefelder auf und fressen Brot.

Mancher Bürger mag denken, er tue etwas Gutes, wenn er die Gänse füttert - falsch gedacht. Durch das Füttern gewöhnen sich die Tiere an den Menschen und die Futterstelle. Sie halten sich dort gerne auf und hinterlassen ihre Fäkalien. Dadurch verunreinigen sie die Badestellen und das Wasser stark. Kommt ihnen jemand zu nahe, wird er gezwickt. pm

Info: Weitere Infos zur Wasserqualität der Seen gibt es unter www.rips-dienste.lubw.baden-wuerttemberg.de

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