Kirchheim
Die Sternsinger sind wieder unterwegs

Aktion Kinder tragen die Weihnachtsbotschaft von Haus zu Haus und bitten um Spenden für notleidende Kinder – „in Indonesien und weltweit“. Vor dem Kirchheimer Rathaus gab es eine zentrale Feier. Von Andreas Volz

Er leuchtet wieder: der Stern von Bethlehem. Ganz viele dieser Sterne in Holzversionen hatten die Sternsinger mitgebracht, die sich vor dem Kirchheimer Rathaus zu ihrer ganz eigenen Mission aussenden ließen. In den kommenden Tagen bringen sie wieder Licht in die Häuser und Wohnungen der Menschen,
 

Für viele wird es erst durch euren Besuch richtig Weihnachten.
Pfarrer Franz Keil
zu den Sternsingern

die sie besuchen. Manchmal leuchten schon die Sterne selbst, wie sich bei der Aussendungsfeier zeigte: Einige der Sterne waren von Lichterketten umrankt. Ansonsten aber sorgen die Kinder eher im übertragenen Sinn für Licht, wie Pfarrer Franz Keil erklärte: „Für viele wird es erst durch euren Besuch richtig Weihnachten.“

Erstmals seit drei Jahren konnte die Aussendung wieder wie gewohnt vor dem Rathaus über die Bühne gehen, und nicht nur das: In den vergangenen beiden Jahren hatte die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die Sternsinger nur in ganz kleinen Gruppen unterwegs sein durften. Sie konnten auch nicht bei den Leuten klingeln und somit weder ihre Lieder singen noch ihre Texte aufsagen.

Entsprechend groß war die Freude bei den Verantwortlichen: „Endlich können wir unsere Sternsingeraktion wieder hier vor dem Rathaus beginnen“, frohlockte Franz Keil. Gleich nach der zentralen Feier ging eine Abordnung der Sternsinger ins Krankenhaus, wo sie traditionell mit ihrem Wirken beginnen, das in jeder Hinsicht „segensreich“ ist.

Gesegnet ist die Sternsingerschar augenscheinlich auch mit Nachwuchs, denn die Holzbühne vor dem Rathaus konnte die vielen Kinder kaum fassen, die sich da in ihren bunten Gewändern, mit Kronen und Turbanen, mit Sternen und Spendendosen präsentierten. Die kleinsten von ihnen, die ganz vorne postiert waren, lassen hoffen, dass sie viele Jahre mitmachen können – bevor sie dann entweder in den „Sternsinger-Ruhestand“ gehen oder aber als Begleitpersonen weiterhin mit von der Partie sind.

Starkes ökumenisches Zeichen

Ein starkes ökumenisches Zeichen geht von den Sternsingern aus, wie Pfarrer Keil betonte. Nicht nur Kinder und Jugendlichen der katholischen Kirchengemeinden St. Ulrich und Maria Königin tragen die Botschaft der Heiligen Drei Könige weiter. Auch viele evangelische Kinder finden sich seit Jahren unter den Sternsingern wieder. Zudem bezeichnet der Begriff „Ökumene“ außer der Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen auch die gesamte bewohnte Welt.

Und dazu passt das Motto der aktuellen Sternsingeraktion: „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“. Auf der ganzen Welt, nicht nur im Beispielland Indonesien, gibt es Kinder, die Hilfe brauchen. Hilfe kommt zu ihnen in Form von Spenden, und um diese Spenden bitten die Sternsinger in den nächsten Tagen, wenn sie von Haus zu Haus ziehen. Franz Keil formulierte es folgendermaßen: „Mit eurem Einsatz verhelft ihr vielen Kindern zu einem besseren Leben – zu einem Leben, das Zukunft hat.“

Der „Stern von Bethlehem“

Vergangenheit und Zukunft verbindet nichts besser als der nächtliche Sternenhimmel. Deswegen waren viele Kirchheimer Sternsinger vor Beginn ihrer Mission im Planetarium, um sich den winterlichen Himmel zeigen zu lassen – einschließlich des „Sterns von Bethlehem“. Es ist nicht ganz klar, was dahinter steckt und was die drei Weisen aus dem Morgenland wirklich gesehen haben könnten. Sehr wahrscheinlich handelte es sich aber um eine Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn- Passend dazu, zeigt sich der Jupiter derzeit am frühen Abendhimmel. Wenn die Sternsinger also ihre „Arbeit“ beenden, werden sie zur Belohnung vom Jupiter als dem hellsten Stern heimbegleitet.

Ob es aber der Sternenhimmel ist oder der „Stern“ von Felice Varini, der derzeit noch auf den Dächern in der Max-Eyth-Straße zu sehen ist, spielt keine Rolle: Wichtig ist die Idee des Sterns von Bethlehem, die die Kinder besingen – die Botschaft von Liebe, Wärme und Frieden. Unterstützt durch eine Bläsergruppe um Harry Diemer gaben sie deshalb Kostproben ihrer Sangeskunst: „Seht ihr unsern Stern dort stehen“, „Stern über Bethlehem“ oder auch „Heller Stern in der dunklen Nacht“.