Kirchheim

„Die Teilzeit nicht anrühren“

Stimmen Rektoren aus dem Raum Kirchheim haben kein Problem mit Kollegen, die nicht in Vollzeit arbeiten.

Kreis Esslingen. Als „Problem“ angesichts der angespannten Unterrichtsversorgung hat Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die hohe Teilzeitquote an baden-württembergischen Schulen bezeichnet. Rektoren aus Kirchheim und Umgebung dagegen haben bei einem bildungspolitischen Austausch in Ohmden signalisiert, dass sie voll hinter ihren Teilzeitkräften stehen.

Auf rund 50 bis 60 Prozent schätzt Uwe Häfele, Leiter der Kirchheimer Alleenschule, den Anteil der Teilzeitkräfte an seiner Schule. „Aber alle haben Gründe, warum sie nicht in Vollzeit arbeiten“, betont er. Ein Problem sehe er darin aber nicht: „Teilzeitkräfte arbeiten anteilig oft über das Maß hinaus.“ Außerdem lasse sich im Krankheitsfall viel leichter eine Vertretung für 14 als für 28 Stunden finden. Von einem Zwang, aufzustocken, hält er nichts. „Das Land hat sich doch die Gesundheitsförderung auf die Fahnen geschrieben“, gibt er zu bedenken. „Wenn Lehrer lange Zeit über die Belastungsgrenze hinaus arbeiten, werden sie krank, und es entstehen nur neue Ausfälle.“ Sein Appell: „Die Teilzeit darf man nicht anrühren.“

Auch aus Sicht von Eileen Müller, Konrektorin der Limburg-Grundschule in Weilheim, ist der Angriff auf die Teilzeit kontraproduktiv. „Aufstocken ist für uns nicht die Lösung“, betont sie. „Wir brauchen die vielen Köpfe - sonst müsste nachher eine Kollegin gleich von zwei Klassen Klassenlehrerin werden.“ Und noch einen Punkt spricht sie an: „Was mache ich mit den drei Fachlehrern, die aufstocken müssen, aber keine Klasse führen dürfen?“

Gabriele Seitz, Leiterin der Ohmdener Grundschule, hat noch eine andere Befürchtung: „Wenn jetzt noch die Teilzeit angetastet wird, dann möchte nachher gar niemand mehr in den Lehrberuf gehen.“Bianca Lütz-Holoch

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