Kirchheim

Die Turmbläser sind aus der Zwangspause zurück

Heribert Diemer (vorne) weckt am Samstag die Turmbläser-Tradition aus ihrem langen Corona-Schlaf.Foto: pr
Heribert Diemer (vorne) weckt am Samstag die Turmbläser-Tradition aus ihrem langen Corona-Schlaf.Foto: pr

Kirchheim. Nach sechs langen Monaten coronabedingter Zwangspause startet am morgigen Samstag wieder das wöchentliche Turmblasen. Dabei legen die Kirchheimer in Form eines Ein-Mann-Ensembles um 11.30 Uhr vom Rathausturm unter dem Motto „Kirchheim hält zusammen“ los.

Der 82-jährige Heribert Diemer leitet die Formation seit 1984 und darf als Solotrompeter die fast 500-jährige Tradition nun wieder aufwecken. Als zweifach Geimpfter freut er sich darüber, ein Stück Normalität und Hoffnung zurückzubringen. Das Ehrenmitglied der Stadtkapelle berichtet, dass in dem halben Jahrtausend, die es die Kirchheimer Turmbläser gibt, zahlreiche Katastrophen die Stadt heimgesucht haben. Ob Pest, der 30-jährige Krieg, der große Stadtbrand von 1690, Pocken oder Fleckfieber, an den Hunderten von Musikern, die seit der Gründung beteiligt waren, wird die Zeitgeschichte nie spurlos vorübergezogen sein.

Alleine musizieren ist aber nicht die Sache des leidenschaftlichen Orchesterbläsers, er freut sich im Zuge der Öffnungsschritte auf Zuwachs aus der Jugend- und Stadtkapelle in den kommenden Wochen. pm

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