Kirchheim

Die Waldorf-Staffel stoppt in Ötlingen

Sponsorenlauf Zum hundertsten „Geburtstag“ der Waldorf-Pädagogik wandern Staffelstäbe auf fünf verschiedenen Routen kreuz und quer durch Deutschland. Von Kirchheim geht es heute nach Göppingen. Von Andreas Volz

Staffellauf zum 100. Waldorfgeburtstag
Staffellauf zum 100. Waldorfgeburtstag. Foto: Jean-Luc Jacques

In ganz Deutschland vernetzen sich die Waldorfschulen, um „Waldorf 100“ zu feiern - den hundertsten „Geburtstag“ der Waldorf-Pädagogik. Das Mittel zur Vernetzung sind Staffelstäbe, die auf fünf verschiedenen Routen durch die Republik „reisen“, vom Ausgangspunkt Flensburg über die Fixpunkte Hamburg und München zum Endpunkt in Berlin.

Am gestrigen Mittwoch ist der Staffelstab der Route „Mitteldeutschland“ in Kirchheim angekommen: Neuntklässler der Rudolf-Steiner-Schule Nürtingen haben ihn per Fahrrad mitgebracht. Für den Staffellauf gibt es nämlich eine wichtige Regel: Erlaubt sind alle Fortbewegungsmittel - solange sie nicht motorisiert sind. Wenn größere Distanzen zu überbrücken sind, ist ein Fahrrad ebenso hilfreich wie ein Pferd oder wie ein Boot, das per Wind- oder Muskelkraft angetrieben wird.

An der Freien Waldorfschule Kirchheim in der Ötlinger Fabrikstraße haben die Fünftklässler den Holzstab in Empfang genommen, auf dem sich jede der beteiligten Schulen verewigt. Die „Verewigung“ kommt auch im „Waldorf 100“-Logo zum Ausdruck, das die Kirchheimer Schüler auf ihren orangefarbenen T-Shirts trugen: Die beiden Nullen der „100“ sind in Form einer liegenden Acht ausgeführt, die die Unendlichkeit symbolisiert. Dadurch wird klar: Die Waldorfschulen feiern ihre ersten 100 Jahre und richten dabei den Blick in eine Zukunft, die nicht so schnell enden soll.

Zurück zum Staffelstab: Dessen Vagabundieren besangen die Fünftklässler lautstark, in Abwandlung des bekannten Hannes-Wader-Lieds „Heute hier, morgen dort“. „Überall kommt die Staffel vorbei, und auch wir sind mit Freuden dabei“, hieß es da.

Nur eins könnte beim Weitertragen des Staffelholzes am heutigen Donnerstag diese Freude trüben: Die Wetteraussichten sind nicht die besten. Schneeschauer sind angesagt. Es dürfte also eher ungemütlich werden, wenn die Fünftklässler von Ötlingen aus nach Göppingen marschieren.

Sportlehrer Arne Bäcker, der die Tour heute anführt, verbreitet aber schon den notwendigen Optimismus: „Wenigstens haben wir Rückenwind.“ Die 22 Kilometer lange Etappe ist durchaus sportlich: Über Hattenhofen und Sparwiesen soll es zum Schloss Filseck gehen. Dort werden die Kirchheimer Fünftklässler von ihren Göppinger Alterskameraden erwartet, um das abschließende Teilstück gemeinsam zurückzulegen.

Am Nachmittag kommen auch noch die Esslinger dazu, um gemeinsam olympische Wettkämpfe auszutragen: in den fünf klassischen Disziplinen Speerwurf, Diskuswurf, Ringkampf, Weitsprung und Laufen. Der Staffellauf ist also zum einen das Aufwärmprogramm, zum anderen aber auch die sechste Disziplin, die ausnahmsweise hinzukommt.

Deutschlandweit folgt der Staffellauf aber auch dem Prinzip des Sponsorenlaufs: Alle teilnehmenden Schüler suchen sich Sponsoren, die jeden zurückgelegten Kilometer bezuschussen. Das Geld aus Kirchheim soll Waldorfschulen in anderen Ländern helfen, denjenigen Schülern ein Mittagessen anzubieten, die sich das sonst nicht leisten könnten.

Jubiläumsfest am 25. Mai

Am 19. September endet der Staffellauf in Berlin. Beim großen Fest im dortigen Tempodrom ist auch Friederike Raff dabei, Vorstandsmitglied der Kirchheimer Waldorfschule. Sie verwies gestern schon einmal auf das große Jubiläumsfest in Ötlingen: Am Samstag, 25. Mai, präsentiert sich die Schule in der Fabrikstraße der Öffentlichkeit von 11 bis 18 Uhr in allen unterschiedlichen Facetten.

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