Kirchheim

Die Zeitung: Liebe auf den ersten Blick

Redaktion Die Producer geben der Lokalzeitung ihre Form, sie gestalten täglich das „Gesicht“ des Teckboten. Hauptziel ist, den Lesern auf Anhieb Orientierung in der Fülle der Nachrichten zu ermöglichen. Von Irene Strifler

Brainstorming: Lena Bautze und Gerd Esslinger feilen am Layout des Teckboten. Foto: Jean-Luc Jacques
Brainstorming: Lena Bautze und Gerd Esslinger feilen am Layout des Teckboten. Foto: Jean-Luc Jacques

Morgens sitzen sie vor leeren Zeitungsseiten und einem Berg von Texten und Bildern. Wenn sie abends nach Hause gehen, hat sich dieses Material zu ansprechenden Seiten zusammengefügt, die nach den neuesten journalistischen Grundsätzen gestaltet sind. Die Producer in der Redaktion gestalten täglich das „Gesicht“ des Teckboten.

Redakteur Gerd Esslinger und die Volontäre Lena Bautze und Max Pradler sind täglich mit dem Erscheinungsbild der einzelnen Zeitungsseiten befasst. Sie achten darauf, dass ein wichtiges Thema als „Aufmacher“ auf jeder Seite steht mit einem großen Bild, das im Zeitungsjargon „Chefbild“ genannt wird. Darunter und daneben gesellen sich weitere mitteilenswerte Texte. An den Fuß der Seiten platzieren die Producer meist einen sogenannten „Fußkasten“, also ein Sammelsurium an Terminen oder Informationen aus dem Verbreitungsgebiet der Lokalzeitung.
Ist die Entscheidung gefallen, welches Thema wie groß abgehandelt wird, machen sich die Producer über die detaillierte Gestaltung Gedanken. Schließlich soll die Zeitung auf Anhieb wirken, also beim ersten Blick Lust aufs Lesen machen. Liebe auf den ersten Blick eben. Kein Text sollte länger als 125 Zeilen sein, denn dann wird er nicht mehr gelesen. Besonderes Augenmerk gilt den Überschriften, die den Leser in den Text hineinziehen sollen. Das Redigieren eingesandter Texte und die Schaffung neuer Überschriften ist ebenso Aufgabe der Producer wie die Gestaltung eines pfiffigen Layouts. Da werden aus dem Text knackige Zitate hervorgehoben oder griffige Zahlen ausgeklinkt, die den Blick des Lesers auf sich ziehen sollen. Zusatzinformationen werden übersichtlich in erklärenden Kästen zusammengestellt, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern.
Ganz wichtig für die Gestaltung der Seiten ist die Auswahl der Fotos und ihr Zuschnitt. Wichtig sind uns immer „people“, also Menschen auf den Fotos. Manchmal kann ein besonderer Bildausschnitt Wunder wirken, manchmal bietet es sich an, ein Detail freizustellen. Hin und wieder verdient ein Thema mehrere Fotos. Da müssen dann aber auch wirklich unterschiedliche Aspekte dargestellt sein.
Wichtig ist, dass die Zeitung spannend und abwechslungsreich wird. Das haben letztlich die Producer in der Hand. Natürlich stehen ihnen die Kollegen mit Rat und Tat zur Seite. Speziell zum wichtigsten Termin des Tages, zur „Seitenhängung“ um 17 Uhr, findet sich das gesamte Team zusammen, um die Zeitung für den nächsten Tag unter die Lupe zu nehmen – soweit sie eben schon fertig ist.
Die Producer setzen anschließend Anregungen um, ergänzen oder ändern manches, gestalten Überschriften neu, tauschen Bilder aus. Nach 18 Uhr, bei entsprechenden Events auch deutlich später, verlassen die fertigen Zeitungsseiten die Redaktion. Für die Producer ist die Arbeit noch nicht beendet. Einer von ihnen ist der letzte Mann beziehungsweise die letzte Frau im Haus. Es gilt, den Redaktions-PC auf Katastroophenmeldungen zu checken und das Telefon zu überwachen. Außerdem wird noch am Internetauftritt gefeilt, damit sich die Artikel wenige Stunden später auf der Seite www.teckbote.de übersichtlich präsentieren. Manches Bild, das in Print keinen Platz mehr hatte, kommt hier noch zu Ehren dank den Producern.


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