Kirchheim

Duschen wie auf dem Festival

Freibad Am Freitag hat in Kirchheim der Badebetrieb begonnen. Schwimmen und Baden ist ohne Einschränkung möglich. Umkleiden, Schwimmaufsicht und Kiosk sind noch als Provisorium eingerichtet. Von Andreas Volz

Badeaufsicht und Kiosk sind im Kirchheimer Freibad noch provisorisch untergebracht. Dafür ist aber der neue Kartenscanner seit g
Badeaufsicht und Kiosk sind im Kirchheimer Freibad noch provisorisch untergebracht. Dafür ist aber der neue Kartenscanner seit gestern Vormittag im Dauereinsatz. Rund sechs Wochen lang sollen Baustellen- und Badebetrieb parallel laufen.Fotos: Markus Brändli

Saisoneröffnung im Kirchhei­mer Freibad: Die Badegäste strömen in Scharen zum neuen Kassenhäuschen, als wäre nichts gewesen - und als gäbe es auch sonst keine Beeinträchtigung durch den Baustellenbetrieb. Eine Stunde nach der Öffnung zählt das neue elektronische Kassensystem bereits 71 zahlende Gäste, noch eine halbe Stunde später hat sich die Zahl auf 97 erhöht.

Eine wichtige Grundvoraussetzung für den Start war sicher das gute Badewetter am gestrigen Vormittag, das auch die interessierten Pressebesucher bedauern lässt, ohne Badehose hergekommen zu sein. „Ich hätte nicht gedacht, dass heute früh schon so viele Leute da sind“, gerät Martin Zimmert, der Geschäftsführer der Kirchheimer Stadtwerke, nahezu ins Frohlocken über den gelungenen, wenn auch verspäteten Saisonstart.

Lange genug war von verschiedensten Stellen geunkt worden, dass das Kirchheimer Freibad in der Baustellensaison so unattraktiv sein würde, dass es kaum Badegäste anlocken könnte. Dauerkartenkäufer würden allesamt in die umliegenden Bäder abwandern. Auch diese allgemeine Befürchtung ließ sich gestern auf Knopfdruck widerlegen: „Wir haben 1 495 Saisonkarten verkauft“, hieß es am Kassenhäuschen.

Nicht nur das Häuschen selbst ist neu, sondern auch das gesamte Kartensystem, einschließlich Drehkreuz, das mit einem Kartenscanner ausgestattet ist. Martin Zimmert spricht deshalb von einem „Technologiesprung“ an der Kirchheimer Freibadkasse. Ein weiterer Sprung lässt noch ein bisschen auf sich warten: Der Kassenautomat ist zwar grundsätzlich schon eingebaut. Bis er aber einsatzbereit sein wird, dauert es noch ungefähr zwei Wochen.

Auch sonst ist vieles noch provisorisch in der 91. Badesaison am Kirchheimer Lindachstrand. „Wir haben zwölf Festivalduschen beschafft“, erzählt Martin Zimmert. Zahlenmäßig sei das ein Rekord im Kirchheimer Freibad: „So viele Duschen gab es hier noch nie.“ Der nächste Schwerpunkt der Baustelle ist aber trotzdem die Fertigstellung des neuen Umkleidetrakts samt Duschräumen. Gestern waren immerhin schon die Fliesenleger zugange. In spätestens drei Wochen soll dieser Teil der Baustelle abgeschlossen sein. Für die duschenden Badegäste dauert die „Festivalstimmung“ also nicht übermäßig lange.

Danach geht es weiter mit den Personal- und Lagerräumen sowie dem neuen Aufsichtsgebäude: „Der Kiosk wird wohl als letztes fertiggestellt werden. Bis dahin gibt es aber ein Provisorium, das gut funktioniert.“ Die neuen Kioskpächter Mathias Pulvermüller und Emus Catau haben ihren Stand vorerst in der Nähe des Eingangs aufgeschlagen, mit Sitzgelegenheiten und Sonnenschirmen. Allerdings muss vorläufig noch Einweggeschirr verwendet werden, weil im provisorischen Kiosk die Spülgelegenheit fehlt.

Der Platz vor dem Kiosk ist mit Bodenplatten gefasst, auf denen später - nach dem Umzug des Kiosks ins dauerhafte Domizil - die Tischtennisplatten aufgestellt werden sollen. Der Sportbereich bleibt also am Eingang angesiedelt. Das Beachvolleyballfeld wird gerade für die neue Saison hergerichtet. Die ersten Schmetterkünstler können sich dann auf frisch gereinigtem Sand austoben.

Was am Eingang auffällt, ist zunächst ein großer freier Platz zum Gießnaubach hin: Dort kommen die neuen Fahrradabstellplätze unter. Das soll zu einem besseren Schutz der Drahtesel gegen Diebstahl und Vandalismus führen.

Baum bestimmt die Wegführung

Was dann nach dem Betreten ebenso auffällt, ist der verschlungene Weg in Richtung Schwimmbecken. Martin Zimmert erklärt den Grund dafür: „Da haben wir Rücksicht auf den Baum genommen, der da stand. Sonst wäre die Wegführung wohl etwas geradliniger verlaufen.“

Einen Großkampftag hatten alle Beteiligten am Mittwoch vor Fronleichnam: „Da wurde vom reinen Baustellenbetrieb umgestellt - auf eingeschränkten Baustellenbetrieb einerseits und eingeschränkten Badebetrieb andererseits.“ Auch da sind derzeit noch einige Kompromisse nötig: Der Weg zum hinteren Teil der Liegewiese und zum Planschbecken führt beispielsweise erst einmal rechts an den Schwimmbecken vorbei.

Aber damit lässt sich ganz gut leben, bis in sechs Wochen sämtliche Baustellen abgeschlossen sind. „Die Betriebssicherheit, die Wassertechnik und die Kasse müssen funktionieren oder gewährleistet sein“, sagt Martin Zimmert aus Sicht des Betreibers. Und eine Dauerkartenbesitzerin, die gerade am Eingang vorbeikommt, ergänzt: „Solange man schwimmen kann, ist doch alles gut.“

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