Kirchheim

„Ein bisschen Druck fällt jetzt schon ab“

Abitur Die erste Hürde ist geschafft: An den Kirchheimer Gymnasien haben sich gestern zahlreiche Schüler den Kopf über der Deutsch-Prüfung zerbrochen. Von Melissa Seitz

Der Proviant ist aufgegessen, die Tintenpatronen leergeschrieben, Blatt für Blatt wurde mit Buchstaben gefüllt - es ist geschafft. Seit gestern können viele Abiturienten in Kirchheim auf ihrer Prüfungsliste das Fach Deutsch abhaken. Schüler am Schlossgymnasium, am Ludwig-Uhland-Gymnasium, am Wirtschaftsgymnasium der Jakob-Friedrich-Schöllkpf-Schule und am Technischen Gymnasium der Max-Eyth-Schule haben sich den Kopf über den Abi-Aufgaben zerbrochen.

Plakate sorgen nicht für bessere Noten, aber sie machen Mut. Auch im LUG hängen viele dieser kleinen Mutmacher.Fotos: Jean-Luc J
Plakate sorgen nicht für bessere Noten, aber sie machen Mut. Auch im LUG hängen viele dieser kleinen Mutmacher.Fotos: Jean-Luc Jacques

 

Der 18-Jährige Joshua Weber hat sich für den Essay entschieden: In seinem Text hat er sich mit dem Thema „Sprache - leicht gemacht“ befasst. „Das ist mir ziemlich leicht gefallen“, sagt er. Doch für ihn ist jetzt keine Entspannung angesagt, er lernt gleich weiter. „Ich habe ja noch ein paar Prüfungen“, erzählt der 18-Jährige.

Nur auf die Gedichte vorbereitet

Pauline Hens hat sich für eine Aufgabe entschieden, die nicht viele wählen. „Ich habe den Gedichtsvergleich gemacht und mich auch nur darauf vorbereitet“, verrät die 18-jährige Schülerin.

Joshua Weber
Joshua Weber

Ein Gedicht kannte sie sogar schon und geht deswegen mit einem ziemlich guten Gefühl aus ihrer Abiturprüfung in Deutsch. „Ein bisschen Druck fällt jetzt schon ab. Deutsch zählt für mich zu einer der schlimmsten Prüfungen“, erklärt sie.

„Dafür, dass man nicht weiß, was einen bei der Essay-Aufgabe erwartet, lief die Prüfung wirklich gut“, sagt Jonas Bergmann.

PaulineHens
Pauline Hens

Der „LUGler“ hat die kompletten fünfeinhalb Stunden zum Schreiben genutzt. „Aber ich bin total locker und entspannt an die Sache rangegangen“, erzählt der 17-Jährige. „Viele Dinge zu dem Thema wusste ich auch schon davor.“

Richtig erleichtert nach der Abiturprüfung fühlt sich jetzt Celine Zauner. Die Schülerin hat sich mit Agnes und Hanna als selbstbestimmt handelnde Figuren in einem Werkvergleich befasst. Denn nur auf diesen Teil des Deutschabiturs hat sie sich vorbereitet.

Jonas Bergmann
Jonas Bergmann

„Ich fand die Aufgabe richtig gut“, sagt die 18-Jährige. „Trotzdem habe ich die ganze Zeit fürs Schreiben gebraucht.“ Kurz vor Abgabe hat sich Celina Zauner einen Moment genommen, um ihren kompletten Aufschrieb durchzulesen.

Erleichtert sind jetzt alle Abiturienten auf jeden Fall. Doch der Abi-Druck an den allgemein bildenden Gymnasien fällt erst am 2. Mai so richtig ab: Mit der Mathe-Prüfung an diesem Tag ist der Stress des wochenlangen Lernens dann endlich vorbei.

CelineZauner
CelineZauner

Wer hat sich für welche Aufgabe entschieden?

Aus fünf Aufgaben durften sich die Schüler beim Deutsch-Abi eine heraussuchen. Zur Auswahl stand eine Textinterpretation von Peter Stamms „Agnes“ und der Vergleich der beiden Charaktere Agnes und Hanna als selbstbestimmt handelnde Figuren. Die zweite Aufgabe bestand darin, die Gedichte „Alles still!“ von Theodor Fontane und „Winter“ von Alfred Lichtenstein zu interpretieren und zu vergleichen. Wer sich für die Kurzprosa-Aufgabe entschieden hat, musste den Text „Spuk in Genf“ von Erich Kästner interpretieren. Bei der vierten Aufgabe ging es um einen Essay zum Thema „Sprache - leicht gemacht“. Die letzte Aufgabe bestand darin, eine Texterörterung zu Matthias Heines Text „Ohne Boulevardpresse ist die Demokratie in Gefahr“ zu schreiben.

Am LUG entschieden sich 64 der 126 Abiturenten für den Werksvergleich, 13 für die Lyrik-Aufgaben, 12 für die Kurzprosa, 35 für das Schreiben eines Essays und nur 2 für die letzte Aufgabe.

Am Schlossgymnasium schrieben von 95 Abiturienten 45 eine Textinterpretation, 4 beschäftigten sich mit Gedichten, 7 interpretierten Kästners Text, 15 schrieben einen Essay und 24 nahmen den Text von Matthias Heine unter die Lupe.

Am Technischen Gymnasium der Max-Eyth-Schule nahmen von 39 Abiturienten 12 an der Deutsch-Prüfung teil. 4 arbeiteten an der Interpretation, einer mit den Gedichten, ein weiterer mit dem Essay, und die restlichen 6 Schüler beschäftigten sich mit einer Textanalyse.

Am Wirtschaftsgymnasium der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule haben von 99 Schülern 58 im Deutsch-Abitur geschwitzt. 47 haben die Textinterpretation gewählt, einer die Lyrik, 5 die Kurzprosa, 3 den Essay und 2 die Textanalyse.sei

Anzeige