Kirchheim

Ein gut bestelltes Haus

Kreisbaugenossenschaft Ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 beschert den Mitgliedern der Kreisbau- genossenschaft Kirchheim-Plochingen eine Dividende von sechs Prozent. Von Cornelia Wahl

Der Einladung der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen eG folgten annähernd 240 Personen, davon 198 Stimmberechtigte. Und ein bisschen schien es, als handele es sich in der Stadthalle in Kirchheim um ein großes Familientreffen, denn die Gemeinschaft in geselliger Runde zu stärken, ist auch ein Ziel der Genossenschaft.

Bernd Weiler, Sprecher des Vorstands der Kreisbaugenossenschaft, gab zunächst einen Überblick über die angespannte Situation am Wohnungsmarkt. Weiter führte er aus, dass Modernisierungen und Instandhaltung notwendig seien, um die Genossenschaftswohnungen nachhaltig zu fairen Preisen den Mitgliedern anbieten zu können. „Knappes Bauland, steigende Bauland- und Handwerkerpreise sowie Gebühren machen es einem wahrlich nicht einfach“, sagte er.

Dass man auf einem guten Weg ist, dafür sprechen die Zahlen im Geschäftsjahr 2017. Die Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen hat zur Entlastung des Wohnungsmarktes insgesamt rund 12,7 Millionen Euro investiert, 9,8 Millionen Euro davon in Neubauten, Modernisierung und Instandhaltung der Genossenschaftswohnungen. Als Umsatzerlöse sind annähernd 18,4 Millionen Euro ausgewiesen, etwa 4,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Das Kerngeschäft der Kreisbaugenossenschaft ist die Vermietung mit einem Umsatzerlös von 10,4 Millionen Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 84,7 Millionen Euro, das Anlagevermögen auf 74,7 Millionen Euro. Das Fremdkapital reduzierte sich auf 45 Millionen Euro, das Eigenkapital stieg auf 38,5 Millionen Euro. Am Ende steht ein Jahresüberschuss von 1,36 Millionen Euro (Vorjahr: 1 213 579,45 Euro) zu Buche und der Vorschlag, an die Mitglieder eine Dividende von sechs Prozent auszuzahlen.

Die Kreisbaugenossenschaft zeigt sich mit Projekten in Kirchheim ziemlich rührig.Foto: Carsten Riedl
Die Kreisbaugenossenschaft zeigt sich mit Projekten in Kirchheim ziemlich rührig. Foto: Carsten Riedl

Über die Bauprojekte informierte der Technische Vorstand Georg Hörmann. Den Bericht des Aufsichtsrates gab dessen Vorsitzender Dieter Helber ab. Die Wirtschaftsprüfer „vbw - Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.“ - bescheinigte, dass die Genossenschaft mit ihrer ausgeübten Geschäftstätigkeit im Jahr 2017 dem satzungsgemäßen Förderzweck durch „gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung“ an ihre Mitglieder erfüllte. Die Vermögenslage der Genossenschaft sei geordnet. Die Mitglieder stimmten dem Jahresabschluss 2017 sowie der Verwendung des Bilanzgewinnes und damit der vorgeschlagenen Dividende einstimmig zu.

Die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates nahm Sven Grundler von der Volksbank Kirchheim-Nürtingen vor. Bei jeweils vier Gegenstimmen wurden Vorstand und Aufsichtsrat entlastet. Darüber hinaus standen Wahlen zum Aufsichtsrat an. Turnusgemäß ausgeschieden sind Ulrich Kübler, Wolfgang Merkl, Peter Raviol und Stefan Wiedemann. Alle vier stellten sich zur Wiederwahl und wurden für weitere drei Jahre in das Gremium gewählt. Neues Aufsichtsratsmitglied ist der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Thomas Weise. Er nimmt den Platz für den im Januar 2018 tödlich verunglückten Wulf Ossenbühl ein.

In einem Grußwort würdigte die Kirchheimer Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker das Engagement der Kreisbaugenossenschaft in Kirchheim. Auch ging sie auf die künftige Ausrichtung der Stadt ein. Gemeinderat und Verwaltung hätten dazu neun Handlungsfelder mit strategischen Zielen vereinbart. „Wohnen ist der Schwerpunkt. Und der Leitsatz lautet: Es gibt für unterschiedliche wirtschaftliche Möglichkeiten, Lebenslagen und Lebensstile angemessenen und ausreichend Wohnraum, damit jeder nach seinen Rahmenbedingungen leben kann“, sagte sie in ihrer Rede. „Wir haben uns aber auch verpflichtet, dass 15 Prozent in das Segment des bezahlbaren Wohnens fallen. Es gibt nichts Wichtigeres als ein sicheres Dach überm Kopf.“

Foto: Carsten Riedl
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