Kirchheim

Ein Ort zum Trauern und Gedenken

Beerdigung Auf dem Waldfriedhof in Kirchheim wurde ein neues Gemeinschaftsgrab für Sternenkinder angelegt.

Das neu angelegte Kindergemeinschaftsgrab
Das neu angelegte Kindergemeinschaftsgrab. Foto: pr

Kirchheim. Aufmerksamen Friedhofsbesuchern ist es bereits aufgefallen: Im Oktober wurde in der Nähe der Kindergräber auf dem Waldfriedhof in Kirchheim ein neues Grabfeld für Sternenkinder angelegt. Das Grabfeld verfügt über einen Gedenkstein, ist mit Stauden und Gräsern bepflanzt und bietet betroffenen Familien einen Ort zur Trauerbewältigung.

Der von Steinmetz und Bildhauer Jürgen Wolfer gestaltete Gedenkstein aus Marchinger Drosselfels ist etwa 1,2 Meter hoch und wird von einem dynamischen Lebensband aus eingearbeiteten Kieselsteinen umschlossen. Das Lebensband beginnt mit Kieselsteinen auf dem Boden, die unten am Gedenkstein gestalterisch aufgenommen werden und sich zur Spitze des Steins hin in Sterne verwandeln. Am Ende des Bandes gehen die Sterne in einen filigran herausgearbeiteten Schmetterling als Symbol für die Auferstehung über. Hinterbliebene Eltern können den Namen ihres Kindes auf einem der Kieselsteine hinterlassen, um zu gedenken und ihre Trauer zu verorten.

Fehl- oder Totgeburten sind für betroffene Familien ein einschneidendes, traumatisierendes Ereignis. Als „Sternenkinder“ werden jene Kinder bezeichnet, die vor oder während der Geburt verstorben sind und weniger als 500 Gramm wiegen. „Die deutsche Gesetzeslage regelte viele Jahre nur die Bestattung ab einem Gewicht von über 500 Gramm“, erklärt Christoph Kerner, Leiter des Sachgebiets Grünflächen bei der Stadtverwaltung. „Erst seit 2009 schreibt das Bestattungsgesetz in Baden-Württemberg eine Bestattungspflicht auch für Sternenkinder vor.“

Bereits seit 17 Jahren bietet Kirchheim in Kooperation mit den Medius-Kliniken Kirchheim-Nürtingen den Eltern von Sternenkindern einen Platz zum Trauern. Seit 2003 konnten Bestattungen von Sternenkindern auf dem Alten Friedhof in Kirchheim stattfinden. Da der Platz dort begrenzt ist, fanden Sternenkinder seit Oktober 2018 auch auf dem Schmetterlingsgrabfeld des Nürtinger Waldfriedhofs ihre letzte Ruhe. Mit dem neu angelegten Grabfeld auf dem Waldfriedhof erhalten betroffene Familien auch in Zukunft einen Platz zur Trauerbewältigung. pm

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