Kirchheim

Ein Stern strahlt durch Nacht und Dunkelheit

Sternsinger Die beiden Kirchengemeinden Sankt Ulrich und Maria Königin haben ihre weihnachtlichen Botschafter feierlich ausgesandt. Sie tragen mit ihren Liedern dazu bei, dass es in vielen Häusern richtig Weihnachten werden kann. Von Andreas Volz

„Hoch am Himmel steht ein Stern“, sangen die Sternsinger gestern bei ihrer Aussendungsfeier vor dem Kirchheimer Rathaus.Fotos: J
„Hoch am Himmel steht ein Stern“, sangen die Sternsinger gestern bei ihrer Aussendungsfeier vor dem Kirchheimer Rathaus.Fotos: Jean-Luc Jacques

Jetzt singen sie wieder, zumindest in Kirchheim und Umgebung: die Sternsinger. Gestern Abend haben die beiden katholischen Kirchengemeinden Sankt Ulrich und Maria Königin ihre jungen Botschafter des weihnachtlichen Friedens vor dem Rathaus ausgesandt, um das Licht in die Welt zu tragen, in die Welt rund um Kirchheim.

Der Stern über Bethlehem, den die Kinder und Jugendlichen jetzt besingen, war auf seine Art schon an Heiligabend „aufgegangen“ – bei der Weihnachtsgeschichte, die den Abschluss der Adventskalendergeschichten vor dem Kirchheimer Rathaus bildete. Stall und Stern haben die Sternsinger also bereits seit Weihnachten erwartet. So gehört es sich schließlich für die drei Weisen aus dem Morgenland, die – der biblischen Überlieferung zufolge – ihre wertvollen Gaben an der Krippe im armseligen Stall niederlegen.

Pfarrer Winfried Hierlemann erzählte gestern bei der zentralen Aussendungsfeier die Geschichte von den Magiern aus dem Osten, die auch als Weise oder als Sterndeuter bezeichnet werden. „Wir sagen heute halt ,die heiligen drei Könige‘ zu ihnen“, meinte er und fügte in seiner historisch-kritischen Textauslegung hinzu, dass noch nicht einmal die Dreizahl genau bestimmt sei: „Aber weil drei verschiedene Geschenke erwähnt sind, hat man daraus die drei Könige gemacht.“

Zeitlos und aktuell klingt es, was die drei Weisen nach Bethlehem geführt hat: „Den Stern haben sie mit der Hoffnung verknüpft, den lang ersehnten Retter der Menschheit zu finden.“ Jede Art von Licht gibt Hoffnung in der Dunkelheit – Hoffnung darauf, dass die tiefsten menschlichen Sehnsüchte zur Wirklichkeit werden mögen. Winfried Hierlemann: „Alle Menschen sehnen sich danach, geliebt zu werden und Frieden zu haben. Das geht Erwachsenen genauso wie Kindern.“

In den nächsten Tagen seien es aber gerade die Kinder, die als Sternsinger Liebe und Freude in die Häuser tragen. Und mit dem „Stern der Magier“ tragen sie auch die Hoffnung in die Häuser – „die Hoffnung, dass dieser Stern ein Licht in unserer Nacht ist“.

Pfarrer Franz Keil wünschte den Sternsingern, dass sie „offene Türen und offene Herzen“ vorfinden. „Mit eurem Singen und euren Besuchen bereitet ihr vielen Menschen eine große Freude.“ Er selbst erinnerte sich an seine eigene Zeit als kleiner Sternsinger. Eine ältere, alleinstehende Frau habe damals gesagt: „Jetzt ist es für mich Weihnachten geworden.“

Längst würden die Sternsinger ein „schönes ökumenisches Zeichen“ setzen, weil alle Jahre wieder auch viele evangelische Kinder mitsingen. Dieses Jahr singen alle miteinander unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein – gemeinsam für Gottes Schöpfung, in Kenia und weltweit“. Kenia steht exemplarisch im Mittelpunkt. Im Norden des Landes herrsche seit Jahren eine extreme Trockenheit, erklärte Franz Keil. Ohne Wasser gebe es auf Dauer kein Leben.

Anhand dieses Beispiels aus Kenia sagte er zu seinen Kirchheimer Sternsingern: „Ihr verhelft vielen Kindern zu einem besseren Leben, zu einem Leben, das Zukunft hat.“ Dafür sollen die Geldspenden sorgen, die die Sternsinger bei ihren Hausbesuchen sammeln.

Lieder und Sprüche, die die Kinder bei ihren Besuchen singen und aufsagen, trugen sie gestern auch schon vor dem Rathaus vor – tatkräftig unterstützt durch Blechbläser unter der Leitung von Heribert Diemer. „Menschen ohne Haus und Habe atmen plötzlich wieder auf“, heißt es da. Auf die Kinder in der Welt bezogen, stellen die Kirchheimer Sternsinger solidarisch fest: „Ob Gold oder Stroh, ab arm oder reich – wir alle sind gleich.“ Ein besonders frommer Wunsch steht im Refrain eines der Sternsingerlieder: „Auf der ganzen weiten Erde soll nun Frieden sein.“

Um die Botschaft dieses Friedens wenigstens in die Häuser von Kirchheim zu tragen, ziehen sie nun los. Mit geweihter Kreide schreiben sie den Segen „Christus mansionem benedicat“ über die Türen – abgekürzt „CMB“ und zu Deutsch: „Christus segne dieses Haus.“ Das erste Haus, zu dem sie nach der Aussendungsfeier weiterzogen, war traditionell das Krankenhaus in Kirchheim. Auf diesem Weg zeigten sich bereits die ersten Sterne am wolkenlosen Himmel.

Und das wäre den Sternsingern auch für die kommenden Tage zu wünschen: dass sie weiterhin bei Trockenheit ihre segensreiche Wirkung entfalten können.

Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
Aussendung der SternsingerVor dem Kirchheimer Rathaus
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