Kirchheim

Ein Stück Heimat im Alter

Altern Ein Film und eine Diskussion befassen sich mit dem Thema „Kultursensible Pflege - eine neue Herausforderung“.

Kirchheim. Die Pflege alter Menschen ist schon länger Thema in der öffentlichen Diskussion. Erst in jüngerer Zeit erfahren ältere Migranten verstärkt Aufmerksamkeit.

Mitte der 50er-Jahre setzte die erste große Zuwanderung der „Gastarbeiter“ ein. Es kamen Millionen junger Menschen vor allem aus ländlichen Regionen Südeuropas und der Türkei, die im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs angeworben wurden.

Diese Menschen sind heute Rentner. All die Jahre haben sich die meisten „Gastarbeiter“ bemüht ihren Glauben, ihre Werte und ihre Kultur in der „Fremde“ zu bewahren. Aber werden sie, nun wo sie alt und auf fremde Hilfe angewiesen sind, auch nach ihren Wünschen und Bedürfnissen kultursensibel gepflegt?

Am Donnerstag, 10. November, 19 Uhr geht es bei einem Film und der anschließenden Diskussion im Central-Kino, Dreikönigstraße 15, Kirchheim um das Thema „Kultursensible Pflege - eine neue Herausforderung“. Dieser Frage sind Nilgün Tasman und Dr. Paul Schwarz in ihrem 45-minütigen Dokumentarfilm „Bittersüße Reise“ nachgegangen. Dabei lernten sie beeindruckende Menschen kennen. Sie haben Betroffene und ihre Angehörigen im Alltag begleitet und mit Pflegern sowie Heimleitern gesprochen, die versuchen, dieser neuen Herausforderung gerecht zu werden.

Der Verein Buefet und die Stadtverwaltung Kirchheim laden nach dem Film noch herzlich zur Diskussion mit der Filmemacherin Nilgün Tasman ein. Sie kam im Alter von zwei Jahren als Kind türkischer Gastarbeiter nach Deutschland und ist in Göppingen aufgewachsen. Neben ihrem ersten Beruf als Friseurmeisterin studierte sie Psychologie und lebt und arbeitet heute als Buchautorin und Filmemacherin in Stuttgart.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kirchheimer Reihe „Lebens- und Arbeitssituationen in der Migration - wie gehen wir damit um?“ statt und wird aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben“ vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen dieser Reihe zeigt am Donnerstag, 24. November ebenfalls um 19 Uhr im Central-Kino in den 90-minütigen Dokumentarfilm „Borders“ (Grenzen) von Jacqueline van Vugt, der die Migration von Afrika nach Europa zum Thema macht (mehrsprachig mit englischen Untertiteln). Der Kirchheimer Ethnologe Professor Dr. Michael Schönhuth wird in den Hintergrund der heutigen Fluchtbewegungen von Afrika nach Europa einführen und an der anschließenden Diskussion mit der Regisseurin teilnehmen.pm

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