Kirchheim

Ein überaus erfolgreiches Kellerkind

Einweihung Die Firma Mens Automation ist ins Kirchheimer Gewerbegebiet „Am Hegelesberg“ gezogen. Elektrische Steuerungstechnik gehört zu ihrem Portfolio. Von Iris Häfner

Begonnen hat alles im Keller von Alfred Schulz in Köngen. Auslöser war die Lehman-Pleite, die 2008 die Wall Street zum Kollabieren brachte. „Das war der Startpunkt für Alfred und mich, über unsere Zukunft nachzudenken“, verriet Volker Zeising, einer der Geschäftsführer der Firma Mens Automation, bei der Einweihungsfeier des neuen Firmengebäudes auf dem Kirchheimer Hegelesberg. Eineinhalb Jahre haben sie auf das Ziel Selbstständigkeit hingearbeitet. „Unser Motto: Yo, wir schaffen das - wie Bob, der Baumeister“, erzählte er und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Am 2. März 2010 war es dann soweit. Alfred Schulz und Volker Zeising meldeten im Köngener Rathaus ihre Firma an. „Am 2. März 2019, ein Samstag, waren wir hier in Kirchheim startbereit - der Kreis hat sich geschlossen“, freut sich Volker Zeising über die Symbolik.

Vier Umzüge lagen dazwischen. Der Keller war nicht groß, weshalb die Garage herhalten musste. „Je nach Auftragslage musste das Auto raus oder durfte wieder rein“, erzählt Volker Zeising. Irgendwann mieteten sie eine Halle in Wendlingen. Dank Wachstum folgten zwei weitere Standortwechsel in Denkendorf. Jetzt ist das Unternehmen, das im Bereich der elektrischen Steuerungs- und Automatisierungstechnik tätig ist, mit 30 Mitarbeitern im Hegelesberg angekommen. „Wir hatten die Idee, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. 2015 haben wir uns für einen Gewerbeplatz beworben und standen in der Warteschleife“, so der Geschäftsführer.

Die Firma, die sich als Dienstleister versteht, bietet Automationstechnik für den Maschinenbau an. Dazu zählen beispielsweise Maschinenverkabelung und Speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), die in Maschinen und Anlagen eingesetzt werden. Die Kunden liegen vorwiegend im Dunstkreis von Stuttgart.

In der Halle stehen drei „rohe“ schwarze Stapler. Sie sollen später in einer großen Käserei ihren Dienst tun und riesige Käselaibe selbstständig drehen. „Das ist ein fahrerloses Transportsystem“, erklärt Volker Zeising. 200 Arbeitsstunden sind für jeden einzelnen notwendig, um ihn zu verkabeln. Dann verlassen sie die Halle, um ihrer künftigen Aufgabe entsprechend programmiert zu werden.

Zur Einweihungsfeier war auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker gekommen. Mens Automation sei exemplarisch für ein Unternehmertum, das es im Schwäbischen häufig gibt. „,Wir packen es an‘ lautet das Motto. Wir haben Firmen in der Stadt, die in der Garage begonnen haben und heute Weltmarktführer sind. Das wünsche ich Ihnen auch“, so das Stadtoberhaupt. Sie erinnerte an die Geschichte des Gewerbegebiets, das einst von der Stadt für die Ansiedlung von Ikea gekauft worden war, was vom Regionalverband aber abgelehnt wurde. „Der Kauf war eine gute Entscheidung, das Gewerbegebiet wird von den Firmen gut angenommen“, freut sich Angelika Matt-Heidecker.

Anzeige