Kirchheim

Ein wichtiger Beitrag zur Integration

Jubiläum Das Centro Italiano in Kirchheim feiert 25-jähriges Bestehen und ist für viele Nationalitäten ein Vorbild.

Bürgermeister Günter Riemer gratuliert Centro-Gründungsmitglied Fabio Bertoldi zum Jubiläum.Foto: Thomas Krytzner
Bürgermeister Günter Riemer gratuliert Centro-Gründungsmitglied Fabio Bertoldi zum Jubiläum.Foto: Thomas Krytzner

Kirchheim. In den 70er Jahren gab es die Einreisewelle der Gastarbeiter nach Deutschland. Sehr viele kamen aus den Regionen Sizilien und Apulien in Italien. Für die meisten war damals klar: In Deutschland arbeiten, Geld verdienen und dann wieder zurück in die Heimat. Doch es kam alles anders. Arbeit fanden damals - wie heute - praktisch alle, Schwierigkeiten gab es nur bei der Wohnungssuche - auch wie heute.

Fabio Bertoldi ist Gründungsmitglied des Centro Italiano. Er erinnert sich: „Damals sind halbe Dörfer von Italien nach Deutschland ausgewandert.“ Heute leben in Kirchheim rund 1 600 Italiener, in der näheren Umgebung sind es knapp 2 200.

Mit der Zeit verflog die Sehnsucht nach der alten Heimat. „Es sind ja auch viele Angehörige in Italien verstorben und wenn keine Verwandtschaft mehr dort ist, was soll man dann noch in Italien.“ Fabio Bertoldi hat mit dem Centro Italiano eine Institution geschaffen, die beispielhaft ist. Nach mehreren Ortswechseln innerhalb Kirchheims ist nun die Zementstraße das Zuhause des Centro. „Man kann hier praktisch täglich zum Espresso kommen und bald schauen wir die Fußballweltmeisterschaft, auch wenn unsere Azzurri dieses Jahr nicht dabei sind.“ Mit einem Lächeln verspricht er, dass in vier Jahren wieder alles „normal“ sei. Im Centro kann auch Dart gespielt werden. Für die Frauen gibt es verschiedene Treffen, zum Beispiel beim Nähkurs. „Wir machen viele gemeinsame Ausflüge in der Region.“ Mit der Freihofgrundschule hat das Centro Schülern aus dem sizilianischen Barrafranca einen Gastaufenthalt in Kirchheim ermöglicht. „Wir machen fast jedes Straßenfest mit“, sagt Bertoldi, „da bieten wir original italienische Pizza an.“

Centro als Vorbild

Vor 25 Jahren trafen sich zehn Gründungsmitglieder und sorgten damit dafür, dass die Integration der italienischen Staatsbürger im Ländle vorwärts ging. Bürgermeister Günter Riemer ist voll des Lobes: „Sie haben einen wichtigen Beitrag bei der Integration geleistet.“ Riemer erinnerte an das kürzlich zelebrierte Fest der Städtepartnerschaften. „Es wäre wünschenswert, dass die Integration auch mit anderen Nationalitäten so gut klappt.“ Er stellte auch fest, dass derzeit wieder mehr Italiener nach Deutschland auswandern. „Bei den eigenen Kindern sind in der Grundschule kürzlich zwei neue italienische Schüler dazugekommen und lernen nun Deutsch.“ Riemer lobte die wichtigen Aktivitäten des Centros und hob den Gründer Fabio Bertoldi hervor.

Antonio Marinacci ließ die letzten Jahre Revue passieren und lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Generalkonsul Dr. Elena Sollazzo würdigt das Centro als Bestandteil der italienischen Gemeinschaft in der Region. Für viele sei das Centro zum wichtigen Kontaktpunkt geworden und nicht zuletzt deshalb kann man stolz sein, 25-jähriges Bestehen zu feiern.

Die Nationalhymnen aus Italien und Deutschland sowie das Europalied schlossen die offizielle Feier würdig ab. Im Nachgang gab es ein mediterranes Büffet mit typisch italienischen Spezialitäten und für alle die Möglichkeit, sich mit den „Fratelli per Caso“ beim Karaoke zu vergnügen. Thomas Krytzner

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