Kirchheim

Einbrecher horten Beute zu Hause

Verhandlung Eine Frau aus Owen soll mit zwei Komplizen in Kirchheim und Umgebung Wohnungen ausgeraubt haben.

Symbolbild

Kirchheim. Wegen 14-fachen Diebstahls bei Wohnungseinbrüchen sitzen eine 42-jährige serbische Frau und ihr 36-jähriger Freund auf der Anklagebank am Stuttgarter Landgericht. Die beiden waren vor allem in Wohnungen in Kirchheim und Umgebung eingestiegen. Die Beute hatte die Polizei in der Wohnung der Frau gefunden.

Auch am vierten Verhandlungstag vor der 18. Großen Strafkammer schwiegen die beiden Angeklagten noch zu den Vorwürfen. Ihnen wird vorgeworfen, zwischen Januar und Februar dieses Jahres in und um Kirchheim auf nächtlicher Beutejagd gewesen zu sein. Die Objekte wurden in den meisten Fällen jeweils über die Terrassentüren aufgebrochen. Mit verschiedenartigen Schraubenziehern sollen die Einbrecher die Türen aufgehebelt haben. Der dadurch entstandene Sachschaden ist nahezu genauso hoch wie das jeweilige Diebesgut.

Auch Bohrmaschinen gestohlen

Das Besondere an der Einbruchsserie ist, dass die 42-Jährige nicht weit von den Tatorten entfernt wohnte, nämlich in einer Einzimmerwohnung in Owen. Von dort aus sollen die Einbrüche am 21. Januar gestartet worden sein. Das macht die Polizei an sprunghaft angestiegenen Strafanzeigen der Haus- und Wohnungsbesitzer fest. Die Vorsitzende Richterin der Stuttgarter Strafkammer benötigte einen ganzen Vormittag, um zu verlesen, was in der Owener Wohnung der Frau gefunden wurde: Zahlreiche Beutestücke hatte sie in Einkaufstüten in der Wohnung verteilt aufbewahrt, darunter in erster Linie Schmuck und Goldwaren, aber auch wertvolle Kameras, Computer, Handys, Ferngläser, Armbanduhren, Bohrmaschinen, angebrochene Parfum-Flakons und Brillen. Selbst vor Schokolade und Pralinen sollen die beiden auf ihren wenige Wochen dauernden Diebestouren keinen Halt gemacht haben.

Nach den bisherigen Ermittlungen war noch eine weitere 23-jährige Mittäterin als Komplizin dabei. Ihr Prozess wird am Amtsgericht Kirchheim geführt, weil sie nur in wenigen Fällen mit von der Partie gewesen sein soll.

Der Freund der 42-jährigen Frau aus Owen ist der Justiz bereits bekannt. Der Angeklagte verbüßt derzeit eine Strafe in anderer Sache. Schon am ersten Verhandlungstag vor sechs Wochen hatte die Vorsitzende Richterin betont, dass es besser sei, Geständnisse abzulegen. Die Indizien seien nach der Spurenlage, die die Reutlinger Ermittlungsgruppe erstellt hat, sehr erdrückend. Die Strafkammer hat noch zwei weitere Prozesstermine bis zum 4. Dezember, dem Tag der Urteilsverkündung, angesetzt.Bernd Winckler

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