Kirchheim

Eine Ära endet: Die Landfrauen lösen Kirchheimer Ortsverein auf

Tradition Das kulturelle Erbe des Vereins bleibt erhalten: Alle Dokumente gehen in den Besitz des Stadtarchivs über.

Gretl Schmelcher, Waltraud Höger, Doris Weigele und Rose Hille übergeben ihre „Schätze“ an Stadtarchivar Frank Bauer.  Foto: pr

Kirchheim. Der Schritt ist den vier Damen, die sich am Freihof am Stadtarchiv in Kirchheim eingefunden haben, nicht leichtgefallen. Nach mehr als 50 Jahren Tätigkeit hat die Vereinsführung der Landfrauen Kirchheim um Rose Hiller und Doris Weigele im März 2024 den Entschluss gefasst, den Ortsverein aufzulösen. Nun hieß es für die rüstigen Mitglieder, die Auflösung gut zu organisieren und das reichhaltige Erbe der Landfrauen der Nachwelt bestmöglich zu hinterlassen.

Und welcher Ort würde sich dafür besser anbieten als das Kirchheimer Stadtarchiv? Dort wird der im Wesentlichen aus rund zehn Ordnern und vier Fotoalben bestehende Nachlass nun systematisch erschlossen. Das Vereinsleben - Ausflüge, Vorträge, Erntedankfeiern, Weihnachtsfeiern – ist den Worten des Stadtarchivars Dr. Frank Bauer zufolge gut und nachvollziehbar dokumentiert. „Gerade die Bilder in den Fotoalben sind liebevoll und gut beschriftet. Das erleichtert die Erschließungsarbeit“, sagt Bauer

In einem ausführlichen Gespräch hat das Gründungsmitglied und die ehemalige Vorsitzende Gretl Schmelcher dem Wissenschaftler von den Anfängen des Vereins im Jahre 1967 berichtet. „Insbesondere im ländlichen Raum füllten die Landfrauen damals eine große Lücke. Viele Frauen konnten ihren Hof und das Haus nicht verlassen, teilweise, weil es überhaupt keine Angebote gab, zum Teil aber auch, weil ihre Männer dies oft nicht wollten“, so Schmelcher.

Zu seinen besten Zeiten, in den 1980er Jahren, zählte der Verein mehr als 80 Mitgliederinnen. Obwohl die guten Zeiten lange vorbei sind, war der Entschluss zur Auflösung nicht leichtgefallen. Das bestätigen Rose Hiller, die letzte Vorsitzende der Kirchheimer Landfrauen und Doris Weigele, ihre Stellvertreterin. Letztlich hätten sich aber nicht mehr genügend aktive und auch jüngere Frauen gefunden, um die Arbeit des Vereins fortzuführen. Dr. Frank Bauer kann derr Auflösung immerhin etwas Poaistives abgewinnen.. „Das Stadtarchiv erhält jetzt einen ungeheuren Schatz.“ Er verspricht: Sie haben ihre Programme, Alben und Ordner vielmehr dem Stadtarchiv angeboten. Hier sind sie gut aufgehoben, werden fachgerecht bewertet und erschlossen und stehen damit auch künftigen Generationen zur Verfügung.“ pm