Kirchheim

Eine besondere Saison geht zu Ende

Sommernachtskino Das Wetter hat die Bilanz nicht verhagelt – Corona sehr wohl: Weil maximal 500 Zuschauer pro Abend erlaubt sind, dürfte das Kino bis Sonntag nicht mehr ganz auf 9 000 Gäste kommen. Von Andreas Volz

Open-Air-Kino im Corona-Sommer: Masken und Platzanweiser sorgen dafür, dass alles korrekt läuft. Die großen Abstände zwischen de
Open-Air-Kino im Corona-Sommer: Masken und Platzanweiser sorgen dafür, dass alles korrekt läuft. Die großen Abstände zwischen den Sitzreihen fallen allerdings kaum auf. Fotos: Markus Brändli

Schlussakkord im Sommernachtskino. Noch drei Filmnächte, und dann ist die schwierige Corona-Saison Vergangenheit. Auch der Sommer könnte sich mit dem heutigen Freitag bereits verabschieden. „Das Wochenendwetter bereitet uns schon auf den Herbst vor“, sagt Reimund Fischer. Der Kino-Betreiber sieht dieses Jahr allerdings keinen Grund, sich über „Petrus“ zu beklagen: „Unsere Auslastung lag bei über 80 Prozent, das ist großartig. Mit diesem Ergebnis müssen wir uns nicht verstecken.“

In absoluten Zahlen bedeutet das, dass die Zuschauerzahl von 9 000 wohl nicht ganz erreicht wird. Das liegt am schleppenden Vorverkauf für die Abschlusstage - der wiederum auf die Temperaturen und die angekündigte Regenwahrscheinlichkeit zurückzuführen ist. Hochgerechnet auf einen „normalen“ Sommer ohne Pandemie-Bedingungen, geht Reimund Fischer von über 16 000 Besuchern aus, die auf den Martinskirchplatz gepilgert wären. „Wir hätten dann ja sogar den neuen James Bond zeigen können. Der wäre bestimmt vier Mal ausverkauft gewesen, mit 1 000 Leuten.“

Dass „ausverkauft“ in Pandemie-Zeiten nur 500 Besucher bedeutet, drückt die monetäre Bilanz ebenso wie die Tatsache, dass die Corona-Saison im Freiluftkino personalintensiver ist als jede andere: Platzanweiser empfangen die Gäste und suchen mit ihnen gemeinsam den passenden Platz aus. Neben jeder Gruppe liegen „Freikarten“ - Karten, die den Abstand zur nächsten Gruppe anzeigen sollen: zwei Plätze. Der Abstand zwischen den Reihen ist ohnehin viel größer als sonst. Bei voller Belegung fällt aber trotzdem kein Unterschied auf: „Den Abstand zwischen den Reihen erkennt man nur von oben. Wer unten auf dem Platz steht, hat bei Vollauslastung mit 500 Leuten das Gefühl, als ob 1 000 Gäste da wären.“

„Wir konnten das Flair erhalten“

Dieses Gefühl ist für Reimund Fischer entscheidend, beweist es für ihn doch einen ganz großen Erfolg: „Wir konnten das Flair aufrechterhalten. Bei Qualität und Schönheit des Ambientes gab es keine Einbußen.“ Dass das Ambiente ankommt, erfährt Reimund Fischer aus zahlreichen Rückmeldungen. So schrieb ihm ein Gast aus Stuttgart: „Wir kommen gerne wieder nach Kirchheim. Stuttgart könnte sich von Ihrem Sommernachtskino inspirieren lassen.“

Vor der nächsten Saison ist es dem Kino-Betreiber keinesfalls bange: „Ich hoffe natürlich, dass wir dann wieder ohne Einschränkungen Kino machen können.“ Falls das aber - vom 5. bis zum 29. August 2021 - nicht möglich sein sollte, rechnet er mit einem weiteren erfolgreichen Sommer, selbst wenn wieder nur maximal 500 Gäste zugelassen werden könnten: „Ein Vorteil wäre, dass die Leute dann weniger Angst hätten, weil sie das Leben mit dem Virus besser gewöhnt wären.“ Vor allem in den ersten Tagen hatte Reimund Fischer schon im Vorfeld viele Fragen der Besucher zu beantworten, wie die Corona-Richtlinien und Abstandsregelungen aussehen.

Zwei Mal musste er den Freiluft-Kino-Saal vorübergehend evakuieren. Besonders heftig war es bei der European Outdoor Film Tour am 18. August. Obwohl das richtige Outdoor-Publikum versammelt war, gab es eine 45-minütige Zwangspause in der Martinskirche - unter Donner und Blitz. „Da kam viel Wasser runter. Aber vor allem wegen der Blitze wäre es unverantwortlich gewesen, den Film nicht zu unterbrechen.“

Insgesamt hat Reimund Fischers Team - wenn man Auto- und Sommernachtskino zusammenzählt - 16 000 bis 17 000 Gäste angezogen. „Für uns war das mehr Arbeit und mehr Aufwand. Aber es hat sich gelohnt. Damit können auch unsere Sponsoren und Förderer zufrieden sein. Für die Stadt ist dieses Ergebnis ebenfalls erfreulich, für die Gastronomie und für den Handel. Unsere Gäste kommen aus einem Umkreis von bis zu 50 Kilometern.“

Open-Air-Kino im Corona-Sommer: Masken und Platzanweiser sorgen dafür, dass alles korrekt läuft. Die großen Abstände zwischen de
Open-Air-Kino im Corona-Sommer: Masken und Platzanweiser sorgen dafür, dass alles korrekt läuft. Die großen Abstände zwischen den Sitzreihen fallen allerdings kaum auf (oberes Bild). Fotos: Markus Brändli

Das Kulturprogramm für Kinder war ein voller Erfolg

Das Kinder-Kirchen-Kino-Festival hat in den vergangenen beiden Tagen zahlreiche Kinder auf den Kirchplatz und in die Martinskirche geführt. Im Vorfeld sorgten Ellen Strauß-Wallisch und Band für die passende Stimmung. Im Rahmen von „Schwarm mit Charme“ heizten die Musiker ihrem jungen Publikum mit Kinderliedern ein - gefördert vom Wissenschaftsministerium und dem Kultursommer Baden-Württemberg. vol

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