Kirchheim

Eine fröhliche Fahrt ins Ungewisse

Ausflug Zum 20. Mal startete die Jesinger Motorradtour. Obwohl die Fahrt auf zwei Rädern sich regelmäßig großer Beliebtheit erfreute, steht ihre Zukunft in den Sternen. Der Hauptorganisator gibt den Stab ab – bloß an wen?

Motorendröhnen in Jesingen: 55 Biker erkundeten die Bayrischen Alpen. Foto: privat

Es sollte eine besondere Tour werden, denn der Initiator Mike Linz hatte schon im Vorfeld seinen Teilnehmern in der Ausschreibung angekündigt „Dies ist meine letzte Tour - danach ist Schluss“. Somit hatten sich 55 Biker eingefunden, um noch einmal miteinander eine schöne Reise zu erleben.

Die Wetteraussichten waren hochsommerlich, wohin die Tour gehen sollte, war wie immer ein streng gehütetes Geheimnis der Veranstalter. Dann wurden die Motorräder gruppenweise in gebührendem Abstand auf die Strecke geschickt. So ging es über Weilheim auf die Albhochfläche. In Niederstotzingen war bereits unter schattigen Sonnenschirmen die erste Pause.

Frisch gestärkt ging es ein Stück der Donau entlang, um in der Nähe von Schrobenhausen dem Benediktinerkloster Scheyern und insbesondere der dazugehörigen Klosterbrauerei einen Besuch abzustatten. München wurde weiträumig umfahren und dann ging es durch das Erdinger Moos und Rosenheim nach Bad Aibling. Am nächsten Tag startete die große Sightseeing-Runde durch die sonnige Bergwelt über die tolle Tatzelwurmstraße. Hinter Bayrischzell wurde die österreichische Grenze überquert und Kufstein war nicht fern. Am „Wilden Kaiser“ vorbei steuerte man in Kitzbühel die Mautstrasse zum Kitzbüheler Horn an. In vielen Kehren kletterten die Maschinen die Panoramastraße hinauf zum „Alpenhaus“ in 1 651 Metern Höhe.

Die steile Bergstrasse ging es wieder hinab und weiter nach Sankt Johann in Tirol. Der Weg führte dann schnurstracks zum Chiemsee. Einmal um den See herum, die Aussicht geniessen und dann ging es auf kurzem Wege zurück nach Bad Aibling. Beim feierlichenn Festmenü gab Mike Linz seinen Abschied von der „Jesinger-Motorradtour“ bekannt. Nach 20 Jahren intensiver Vorbereitung und Durchführung der Touren wurden gemeinsam mit allen Teilnehmern 583 196 Kilometer zurückgelegt. Es waren in all den Jahren überwiegend positive und schöne Erlebnisse, die man nicht mehr vergisst. Seien es die Touren, die herbstlichen Biker-Parties, die Filme zur jeweiligen Tour und nicht zu vergessen, die immer gute Atmosphäre und Freundschaft unter den Bikern.

Ob es weiter geht ist ungewiss: Es hat sich bis dato noch keine Nachfolgelösung oder Aufgabenverteilung des immensen Aufwands an Planung und Organisation der Tour abgezeichnet.

Am dritten und letzten Tag kündigten sich die ersten Regentropfen an und der Himmel versprach noch reichlich mehr davon. Also erst einmal rein in die Regenkombi. Dann setzte die Karawane ihre Rückreise durchs Voralpenland fort und hinter Bad Tölz winkte am Starnberger See schon die erste Pause. Quer durch den Pfaffenwinkel und die westlichen Augsburger Wälder war es noch ein ordentlicher Rutsch bis in Thannhausen die Mittagspause wartete. Der Name „Sonnenhof“ war wohl gut gewählt. Pünktlich zur Ankunft war das Tiefruckgebiet durchquert und die Sonne wärmte die durchweichten Biker und trocknete die Kleidung.

Die letzte Etappe führte inbekannteren Regionen: Illertissen, Blaubeuren, Feldstetten und schon ging es hinab ins Lenninger Tal. Die Biker freuten sich eine tolle 20-jährige Jubliäumstour erlebt zu haben - natürlich in der Hoffnung dass es weitergeht.pm

Geehrt für langjährige Treue wurden 19 Jahre: Rainer Bressmer, Joachim Dietrich, Gerhard Kurz, Ralf Wetzstein. 18 Jahre: Hermann Schmid. 17 Jahre: Elke und Dietmar Leibold

Ein Hoch auf die Freundschaft unter den Bikern. Foto: privat
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