Kirchheim
Eine Schule macht sich auf den Weg

Neubau Oberbürgermeisterin und Konrektor machen sich gemeinsam ein Bild vom Baufortschritt am Campus Rauner. Ende Juli steht der Umzug der Teck-Realschule an den neuen Standort an. Von Andreas Volz

Zeit für einen Neuanfang: Ende Juli zieht die Kirchheimer Teck-Realschule von der Aichelbergstraße an ihren neuen Standort in der Limburgstraße um. Ihren Neuanfang macht die Schule allerdings schon zum Tag der offenen Tür für die neuen Fünftklässler „sichtbar“. Am Mittwoch, 19. Februar, können sich die Grundschulabgänger und ihre Eltern über das neue Schulgebäude informieren.

Vorgestellt wird beim Tag der offenen Tür unter anderem das künftige Sportprofil der Teck-Real­schule. Wie Konrektor Marlon Lamour erläutert, geht es dabei auch um eine bessere Vernetzung von Schul- und Vereinssport. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ergänzt: „Diese Kooperation ist umso wichtiger, weil viele Kinder wegen der Ganztagsschule gar nicht mehr in einem Verein aktiv sind.“ Deswegen seien Vereine verstärkt darauf angewiesen, an den Schulen zu arbeiten.

Drittgrößter Schulstandort

Nach dem Umzug der Teck-Real­schule wird der Campus Rauner immerhin der drittgrößte Schulstandort in Trägerschaft der Stadt Kirchheim, nach den beiden Gymnasien. Ausgelegt ist der Campus auf eine gemeinsame Fünfzügigkeit - zwei Züge an der Rauner-Gemeinschaftsschule und drei Züge an der Teck-Realschule. Insgesamt rund 860 Schüler beider Schulen sollen sich auf dem Campus außer den naturwissenschaftlichen und sonstigen Fachräumen auch die Mensa teilen.

„Zunächst gibt es da noch Engpässe“, sagt Angelika Matt-Heidecker und verweist darauf, dass die vorhandene Mensa der Raunerschule erst im folgenden Bau­abschnitt saniert und erweitert wird. Sie verspricht aber: „Es werden passende Lösungen für die Übergangszeit gefunden.“

Auf den Campus ist die Oberbürgermeisterin mehr als stolz: „Wir bieten hier die Voraussetzungen für die Lernformen der Zukunft.“ Dazu gehört jeweils ein Differenzierungsraum, der zwei Klassenzimmern zugeordnet ist. Einzelne Schüler oder Schülergruppen können dort separat lernen, außerhalb des Klassenverbunds. Gleiches gilt für die „Lern- ateliers“ auf dem Gang, wo die Schüler ebenfalls eigenständig arbeiten sollen. Konrektor Lamour betont, dass es sich bei diesen neuen Lernformen noch vielfach um Neuland handelt: „Das dauert, bis sich das einspielt. Da müssen wir den Realschullehrern Zeit geben, um sich daran zu gewöhnen.“

Dafür herrsche derzeit aber im gesamten Kollegium eine regelrechte Aufbruchstimmung und eine große Vorfreude auf den Umzug: „Für die Kollegen ist es eine Riesenchance, hier etwas Neues zu beginnen - eine neue Schule zu beziehen und sie mit Leben zu füllen.“ Auch das Kollegium präsentiert sich bereits „runderneuert“, wie Marlon Lamour vorrechnet: „Wir haben kaum mehr jemanden, der schon länger als vier Jahre an unserer Schule ist - und alle haben Lust auf Neues.“

Trotz neuer Lernformen wird das Rad aber nicht komplett neu erfunden. Nicht zuletzt deshalb spricht Angelika Matt-Heidecker vom „Neustart für eine alte Schule“. Dieses Motto lässt sich auf etliche Details anwenden - beispielsweise darauf, dass die Stadt Kirchheim beim neuen Schulgebäude komplett auf recycelten Beton setzt, also auf Neues aus Altem.

Das gilt aber auch für den Schulsport: „Pilgern“ viele Schüler der Teck-Realschule schon seit Jahren regelmäßig zum Sportunterricht an die Raunerschule, geht es im Herbst den umgekehrten Weg. Marlon Lamour: „Für einen Teil unseres Sportunterrichts sind wir immer noch auf die alte Halle am bisherigen Standort angewiesen.“

Am neuen Standort legt die Oberbürgermeisterin auf eine Tatsache besonderen Wert: „Wir bleiben im vorgegebenen Rahmen - sowohl beim Geld als auch bei der Bauzeit.“ Zwar sei ganz zu Beginn der Planungen ein Umzug bereits jetzt zum Schulhalbjahr vorgesehen gewesen. Aber schon bei Baubeginn war klar, dass das erst kurz vor den Sommerferien, also im Juli 2020, möglich sein wird.

Marlon Lamour erkennt im Umzugstermin vom 20. bis zum 24. Juli große Vorteile: „Das ist sogar der bessere Termin als mitten im Schuljahr. Zu dem Zeitpunkt haben wir unsere Zehntklässler schon entlassen.“ Für Letztere gibt es nach den Sommerferien ohnehin einen ganz anderen Neustart.