Kirchheim

Eine weitere Ampel auf der B 465

Großbaustelle Nur einspurig fließt der Verkehr zwischen Kirchheim und Dettingen. Für die ICE-Baustellenstraße wurde eine Linksabbiegespur auf dem Mittelstreifen asphaltiert. Von Iris Häfner

Mit doppelter Hitzebelastung hatten gestern die Bauarbeiter zu kämpfen. Sie brachten den Asphaltbelag auf die ICE-Baustellenstra
Mit doppelter Hitzebelastung hatten gestern die Bauarbeiter zu kämpfen. Sie brachten den Asphaltbelag auf die ICE-Baustellenstraße bei der Autobahnmeisterei auf. Foto: Mirko Lehnen

Die ICE-Baustelle bei Kirchheim rückt immer mehr ins Bewusstsein der Menschen, Beeinträchtigungen für die Autofahrer gab es in den vergangenen Tagen bereits. Auf der B 465 zwischen Dettingen und Kirchheim läuft der Verkehr in beiden Richtungen seit den Pfingstferien einspurig.

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Bei der Autobahnmeisterei wurden die Mittelleitplanken abgebaut und der Grünstreifen asphaltiert. Er ist breit genug für eine Linksabbiegespur. Auf ihr werden künftig die Lkws stehen, die zur Tunnelbaustelle wollen, um von dort die Erdmassen abzutransportieren. Dafür wurde ein Feldweg ausgebaut, insgesamt ist die neue Baustellenstraße rund 1 200 Meter lang. Gestern hatten es die Arbeiter gleich doppelt heiß: Die Sonne schien kräftig vom Himmel, und die Männer mussten die dampfende Asphaltmasse auf den Schotterbelag aufbringen.

Mit doppelter Hitzebelastung hatten gestern die Bauarbeiter zu kämpfen. Sie brachten den Asphaltbelag auf die ICE-Baustellenstra
Foto: Mirko Lehnen

Zu den drei bestehenden Ampeln kommt deshalb noch eine vierte dazu. „Alle Anlagen des Ampelknotens sind gemeinsam geschaltet“, erklärt Peter Keck, Pressesprecher des Landkreises Esslingen. Bislang sind das die beiden Auf- beziehungsweise Abfahrten zur Autobahn sowie die Zufahrt zur Autobahnmeisterei mit dem Park-and-Ride-Parkplatz. Künftig gibt es also noch Ampel Nummer vier, die eingetaktet werden muss.

„Priorität eins hat die Autobahnausfahrt, damit sich auf der A 8 kein Rückstau bildet“, sagt Peter Keck. An zweiter Stelle kommt die Bundesstraße mit ihren Zufahrten zur Autobahn, damit auch hier der Verkehr möglichst reibungslos läuft. Priorität drei hat die Autobahnmeisterei. „Die ist bedarfsabhängig geschaltet“, erklärt der Pressesprecher. Das heißt: Wer rein- oder rausfährt, löst einen Kontakt aus, der wiederum der Ampel signalisiert, bei der nächsten Verkehrslücke auf Grün zu schalten. Am Ende dieser Prioritäten-Kette steht die Baustellen-Zufahrt.

Im Zweifel beißt der Lkw ins Gras

„Die Signalanlage darf den Verkehr auf der Bundesstraße nicht beeinträchtigen“, stellt Reinhold Gruhler klar. Er ist Baudirektor und stellvertretender Leiter des Referats 45 - Straßenbetrieb und Verkehrstechnik - beim Regierungspräsidium Stuttgart. Bislang wartet er noch auf die entsprechenden Unterlagen von Seiten der Bahn, um genaue Einblicke in die Situation vor Ort zu bekommen. Eins steht für Reinhold Gruhler jedoch unmissverständlich fest: Der Baustellenverkehr muss sich hinten anstellen und den anderen Ampeln anpassen und somit dem Verkehr auf der B 465 den Vortritt lassen - auch wenn die Laster ewig warten müssen. „Im Zweifelsfall beißt der Lkw ins Gras“, sagt Reinhold Gruhler.

Zeitgleich fanden und finden auch die Arbeiten an den Dettinger Ampeln statt. Die alte Anlage hat regelmäßig für Probleme gesorgt, es haperte bei der Koordination. Die Situation ist dort nicht einfach, drei Ampeln - zum Guckenrain, nach Nabern und bei der Querspange nach Dettingen - müssen vernetzt sein, dazu kommen noch bei zweien die Bahnübergänge. Beide Ampelknoten miteinander zu vernetzen, funktioniert wegen der vielen Einzelkomponenten nicht.