Kirchheim

Ellen Strauß-Wallisch sitzt heute auf dem roten Sofa

Fernsehen Beim Gespräch in der Landesschau geht es ab 18.45 Uhr um Unterricht und Musik im Online-Modus. Von Andreas Volz

Chorleiterin Ellen Strauß-Wallisch wird in der Landesschau interviewt.
Chorleiterin Ellen Strauß-Wallisch bei der Arbeit. Foto: pr

Kirchheim. „Interessante Gäste“ verspricht die SWR-Landesschau, die montags bis freitags von 18.45 bis 19.30 Uhr läuft, grundsätzlich. Jedes Mal nehmen diese Gäste auf dem „roten Sofa“ Platz und erzählen persönliche Geschichten oder nehmen Stellung zum Tagesgeschehen. Am heutigen Montag ist es Ellen Strauß-Wallisch, die dem Moderator Florian Weber Rede und Antwort steht. Als Lehrerin an der Esslinger „Schule Innenstadt“, als Lehrbeauftragte am Pädagogischen Fachseminar in Kirchheim sowie als Chorleiterin und musikalische Leiterin der Verbandsjugend im Chorverband Karl Pfaff hat sie so einiges zum Thema „Home­schooling, Motivation und Musik“ beizutragen.

Das Homeschooling, also der Fernunterricht, ist für Ellen Strauß-Wallisch „eine zweischneidige Sache“, wie sie vorab dem Teckboten mitteilt. Einerseits gebe es Schüler, die abtauchen, andererseits „versuchen alle, das Ding zu wuppen“. Fernunterricht habe ebenso seine Vor- und Nachteile wie der Präsenzunterricht vor Ort an der Schule: „Es gibt Dinge, die kann ich im Präsenzunterricht besser machen als online - und umgekehrt.“

Als Beispiel nennt sie die individuelle Betreuung, die im digitalen Modus ganz andere Möglichkeiten eröffnet: „Die Schüler müssen jetzt viel selbständiger arbeiten als sonst, aber sie können auch viel öfter und direkter bei mir nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen.“ Und so paradox es klingt, aber aus der Ferne „kriege ich viel deutlicher mit, wenn jemand abschaltet und nicht mitmacht“, stellt Ellen Strauß-Wallisch fest. Im Klassenzimmer lasse es sich nicht immer so leicht erkennen, wenn jemand zwar körperlich anwesend, aber geistig alles andere als bei der Sache ist.

Für Lehrer sei der Online-Unterricht auch eine besondere Vertrauenssache, „weil wir da ja immer einiges von uns preisgeben“. Trotzdem hält Ellen Strauß-Wallisch am Videounterricht mit Kamera fest: „Ich fände es schwierig, wenn wir Lehrer ohne Kamera arbeiten.“ Dass Schüler nicht immer eine Kamera haben oder diese nicht immer einschalten, sei dagegen verständlich und in Ordnung.

Insgesamt habe sich seit dem ersten Lockdown im Frühjahr viel getan: „Da hatten wir zum Beispiel noch keine Videokonferenzen im Angebot. Wir haben den Präsenzunterricht im Sommer also durchaus genutzt, um uns weiterzuentwickeln. Wir sind da alle auch Lernende, nicht nur Lehrende.“ Was die digitale Welt betrifft, könnten sich mitunter die Rollen umkehren - und die Lehrer auch von ihren Schülern lernen, weil diese oft schon viel weiter sind und sich wesentlich besser auskennen.

Wie sich eine richtige Chorprobe online gestalten lässt, ist allerdings ein ganz eigenes Thema. Unterschiedliche Zeittaktungen machen gemeinsames Musizieren vor den Bildschirmen nahezu unmöglich. Ellen Strauß-Wallisch singt deswegen gemeinsam mit ihrem Mann und einer dritten Person dreistimmig vor. Die Chormitglieder können dann für sich allein die vierte Stimme dazusingen: „Ich höre die vierte Stimme zwar nicht, aber im Sommer habe ich gemerkt, dass nach diesen Online-Proben trotzdem eine gute Basis vorhanden war.“ Andreas Volz

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