Kirchheim

Erfahrungen beim Radeln in Argentinien

Machtlos gegen die Elemente zu sein, das sind die Gefühle, als Gernot Pohl und sein Begleiter gleich zu Beginn ihrer Andentour scheitern – und zwar am Wind. Nach 16 Kilometern geht nicht mal mehr Schieben. Also Plan B: Zurückwehen lassen, wobei der Tacho ohne zu treten über 60 Stundenkilometer anzeigte. Am nächsten Tag geht‘s per Kleinlaster zu einer Schotterpiste, ab der es Rückenwind gibt.

Geröll müssen die Radler auf allen Straßen und Pisten bewältigen. Dennoch gibt es auf den ersten 1 000 Kilometern keine Pannen bis auf eine gerissene Speiche und einen wegen Überalterung geplatzten Schlauch. Körperlich hart sind die Touren mit 50 bis 90 Kilometern bei Wind pro Tag und bis zu 1 000 Höhenmetern. An der Grenze zu Chile entpuppt sich eine vermeintliche Straße als steiler Pferdepfad.

Schachbrettmuster prägen den Aufbau fast aller Städtchen, die sich der Leiter des Fachbereichs Planung schon von Berufs wegen genau angeschaut hat. Das irritiert zunächst, entspricht aber dem Pioniercharakter des Landes, meint er. Wird die nächste Neubausiedlung in Kirchheim womöglich so gebaut? Pohl grinst und antwortet ausweichend: „Der Gemeinderat hat die Planungshoheit.“rs

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