Kirchheim

Es fehlen die Räume

Volkshochschule sucht „Klassenzimmer“

Am 12. September sollen in Kirchheim drei Volkshochschul-Kurse für Flüchtlinge beginnen. Bis dahin ist noch ein Problem zu lösen: Es fehlen die Räume.

Andreas Volz

Kirchheim. Alles könnte passen, sagt Eva Vogelmann, die zuständige Fachbereichsleiterin bei der Volkshochschule: „Die Anmeldungen sind da, viele Anmeldungen. Auch neue Lehrkräfte habe ich gefunden, zugelassen vom BAMF.“ Nicht jeder, der Deutsch als Fremdsprache unterrichten oder Alphabetisierungskurse geben kann, ist deswegen auch gleich einsetzbar. Ohne die Zustimmung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) darf gar niemand in einem Integrationskurs unterrichten. Und jetzt das: „Alle sitzen in den Startlöchern. Aber wir haben keine Räume.“

Die Stadt bemühe sich, für die Kurse Räume zu finden. Auch mit den Kirchen hat die Volkshochschule bereits Kontakt aufgenommen. Bislang ist aber alles ergebnislos verlaufen. „Das Problem ist, dass wir jeden Tag Unterricht haben“, sagt Eva Vogelmann, „und da würden sich die möglichen Vermieter zu sehr festlegen.“ Dabei kann sie sich vorstellen, auch ganz individuelle, flexible Lösungen zu finden: „Wir wollen mit zwei Alphabetisierungskursen beginnen – von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 11.45 Uhr. Wir können den Raum aber auch nur für drei Stunden nutzen – oder an vier Vormittagen in der Woche für jeweils vier Stunden.“

Die Vormittage als solche seien gesetzt bei den Alphabetisierungskursen. Grund dafür ist die notwendige Kinderbetreuung, auf die sowohl die Teilnehmer als auch die Lehrkräfte angewiesen seien. Für die beiden neuen „Alpha-Kurse“ würden zwei kleinere Räume ausreichen. Die maximale Personenzahl liegt hier bei 14. Außer Tischen und Stühlen müsste lediglich noch eine mobile Tafel in den Raum passen. Allerdings dauern die Kurse insgesamt länger als ein Jahr, weil man am Anfang ganz langsam vorgehen muss, mit kürzeren und kleineren Übungseinheiten.

Außer den beiden kleinen Räumen sucht die Volkshochschule noch einen größeren für einen „normalen“ Integrationskurs. Dieser Raum sollte Platz für mindestens 20 Personen bieten und auch am Nachmittag zur Verfügung stehen können. Der Integrationskurs dauert ungefähr sieben Monate – abhängig von den Schulferien während der Kurszeit.

Eva Vogelmann verdeutlicht das Problem der Raumsuche: „Integration ist wichtig, und der erste Schritt dazu ist die Sprache.“ Wer nicht an einem Kurs teilnehme oder wer nicht regelmäßig und pünktlich zum Unterricht erscheine, dem würden Leistungskürzungen drohen. „Vor diesem Hintergrund ist es mehr als schade, wenn wir nichts anbieten können, nur weil uns Räume fehlen.“

Wer denkt, dass er einen geeigneten Unterrichtsraum zur Verfügung stellen könnte, sollte sich ab Montag, 22. August, unter der Telefonnummer 0 70 21/97 30 41 direkt bei der Volkshochschulleiterin Susanne Voigt melden oder per E-Mail an die Adresse info@vhskirchheim.de Kontakt aufnehmen. Die Räume sollten sich in Kirchheim befinden, weil sonst lange und teure Anfahrtswege für die Teilnehmer anfallen. Eine weitere Schwierigkeit – weswegen die Raumfrage lange vor dem Kursbeginn am 12. September geklärt sein sollte – sind die BAMF-Bestimmungen: Nicht nur Lehrkräfte, auch Unterrichtsräume müssen rechtzeitig vom Bundesamt als geeignet anerkannt werden.

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