Kirchheim

„Es ist Zeit, etwas zu tun“

Klimaschutz Beim Zu­kunftsdialog fordert der zwölfjährige Henry Webb Gerechtigkeit für die Kinder von heute ein.

Symbolbild

Kirchheim. Einen Blick über Kirchheim hinaus und weit in die Zukunft hinein hat der zwölfjährige Henry Webb aus Dettingen/Erms dem Publikum beim Zukunftsdialog geboten. Er hält als „Botschafter für Klimagerechtigkeit“ Vorträge für die „Plant for the Planet“-Stiftung. Kinder setzen sich in dieser Organisation für das Weltklima ein - durch Reden, aber noch mehr durch Taten. Eines der Ziele: „Plant for the Planet“ will dafür sorgen, dass weltweit 1 000 Milliarden Bäume gepflanzt werden.

Eine Jahreszahl, bis wann das Ziel erreicht sein soll, nannte Henry Webb zwar nicht. Aber mehr als 15 Milliarden Bäume seien bereits gepflanzt worden. Dabei geht es nicht nur um den positiven Beitrag zum Erdklima, den jeder einzelne Baum leisten soll, sondern auch um die Aufmerksamkeit, die jede einzelne Pflanzaktion bringt. Bezeichnenderweise trägt das Buch von Felix Finkbeiner, der die Organisation 2007 ins Leben gerufen hat, den Titel „Baum für Baum“.

Eine Aussage von Henry Webb macht besonders nachdenklich: „Für viele von uns Kindern liegt das Jahr 2100 noch in unserem Lebensbereich. Deshalb ist es für uns auch keine akademische Frage, sondern eine Frage des Überlebens, ob der Meeresspiegel bis dahin um einen oder um sieben Meter steigt.“ Eine Existenzfrage ist das vor allem für zahlreiche Inselstaaten. Als Beispiel nannte der junge Redner in der Stadthalle die Republik Kiribati: Deren Präsident habe sich schon einmal vorsorglich an die Philippinen gewandt und nachgefragt, ob sein Volk dort gegen Geld einen neuen Lebensraum erhalten könne.

Das Meer ist in Zukunft nicht nur eine Gefahr, es ist auch selbst gefährdet: „2050 schwimmt wohl schon mehr Plastik als Fische in den Ozeanen.“ Die Klimaschutzziele von Paris müssten deshalb konsequent und schleunigst umgesetzt werden, sagt Henry Webb und kritisiert in diesem Zusammenhang den US-Präsidenten: „Wir können und wollen nicht länger zuschauen, wie die Erwachsenen unsere Zukunft zerstören. Hört endlich auf zu reden. Es ist Zeit, etwas zu tun!“Andreas Volz

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