Kirchheim

Es mangelt an NachwuchsNachgefragt

Werner Krämer
Werner Krämer

Gehen Brotteige besonders gut auf, wenn der Bäcker ein fröhliches Lied singt? Der Dirigent des Bäcker-Gesangvereins, Werner Krämer, klärt auf.

THOMAS KRYTZNER

Sind Bäcker besonders singfreudig, dass sie im eigenen Verein singen?

WERNER KRÄMER: Nicht mehr als andere Berufstätige. Da aber die Brote und Brötchen frühmorgens gebacken werden, gehen die Bäcker früh schlafen. Deshalb gründeten sie den Gesangverein, um früher am Abend proben zu können.

Ist der Gesangverein nur für Bäcker?

KRÄMER: Vor vielen Jahren war die Aufnahme streng geregelt. Heute ist alles viel lockerer. Müssen wir ja auch, da wir im Bäckergewerbe keinen Sängernachwuchs finden.

Wann war die erfolgreichste Zeit für die singenden Bäcker?

KRÄMER: Vor rund 30 Jahren hatten wir die meisten Mitglieder und waren dauernd auf Verbandsfesten unterwegs. Mittlerweile sind viele Mitglieder im Ruhestand oder gestorben.

Steht das gemeinsame Singen im Verein noch im Vordergrund?

KRÄMER: Ja, Singen ist für uns wichtig. Wir proben so oft wie möglich und zeigen das Gelernte auch vor kleinem Publikum. Das Singen schult auch im Alter das Gedächtnis. Solange wir noch singen können, singen wir.

Was sagt Ihr Blick in die Zukunft der musikalischen Bäcker?

KRÄMER: Wenn wir es auf Dauer nicht schaffen, neue Gesangsmitglieder zu gewinnen, steht es schlecht um den Verein. Wir werden ja auch nicht jünger. Ich dirigiere ja „meine“ Bäcker auch schon seit 23 Jahren.

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