Kirchheim

Experimentelle Vertonung

Musik Der Katholische Kirchenchor Kirchheim führt in St. Nikolaus und St. Ulrich die Markus-Passion von Planyavsky auf.

Kirchheim/Dettingen. Mit der Markus-Passion von Peter Planyavsky hat der Katholische Kirchenchor Kirchheim unter der Leitung von Thomas Specker eine außergewöhnliche Komposition einstudiert. Zu hören ist die Kirchenmusik am 9. April um 9 Uhr im Palmsonntagsgottesdienst in St. Nikolaus in Dettingen und in der Karliturgie am Karfreitag, 14. April, um 15 Uhr in St. Ulrich in Kirchheim.

Das Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Markusevangelium ist von Peter Planyavsky für Sprechchor beziehungsweise gemischten Chor und drei Solisten verfasst worden. Der 1947 in Wien geborene Komponist war jahrelang an der dortigen Domkirche St. Stephan für die Kirchenmusik verantwortlich. Als Professor für Orgel und Improvisation hat er an der Musikhochschule in Wien unterrichtet und bei internationalen Wettbewerben zahlreiche Preise gewonnen. Er zählt heute zu den kreativsten Komponisten von Kirchenmusik. Praktisch alle seine Werke sind als Aufträge entstanden oder hatten vor Beginn der Komposition bereits ein konkretes Aufführungsdatum.

Planyavskys Markus-Passion, die 1988 im Wiener Stephansdom uraufgeführt wurde, hat er gegen alle musikalische Konvention komponiert. In den Chören wird das Volk, werden Menschengruppen dargestellt, die am Geschehen unmittelbar beteiligt sind. Diese sogenannten Turba-Stellen spricht der gemischte Chor überwiegend. Der Katholische Kirchenchor Kirchheim hat sich auf diese Herausforderung eingelassen und versucht mit dieser experimentellen Vertonung das Spektrum von Sprache auszuloten. Durch die zahlreichen Sprechchöre vermittelt das Werk die Dramatik des Passionstextes beeindruckend. Die Passion endet mit einem dreistimmigen Chorsatz, in dem Sopran, Alt und Männerstimmen gleichzeitig in drei verschiedenen Tonarten singen. - Eine Passion ohne wirkliches Ende.

Geleitet werden die Gottesdienste von Winfried Hierlemann und Franz Keil. Die Solisten sind: Frank Bossert (Erzähler/Tenor), Patrick Stähle (Succentor/Bariton) und Winfried Müller (Christus/Bass).

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