Kirchheim

Falsche Polizisten auf Bargeldjagd

Betrug Im Landkreis geben sich immer häufiger Betrüger am Telefon als Polizisten aus. So sind sie an 200 000 Euro gekommen.

Symbolbild

Region. Im Landkreis Esslingen treiben immer häufiger falsche Polizisten ein Spiel mit älteren Menschen und bringen sie um ihre Ersparnisse, Schmuckstücke sowie Wert- oder Kunstgegenstände am Telefon. Auf diese Masche macht das Polizeipräsidium Reutlingen jetzt in einer Pressemitteilung aufmerksam. Dabei täuschen die Täter vor, über den Notruf „110“ anzurufen.

Der Telefonbetrug ermöglicht es den Tätern, fast ohne Risiko an schnelles Geld zu kommen. Die Fälle nehmen zu. 2014 hätten Täter 84-mal zum Telefon gegriffen und ihre Opfer zu verhängnisvollen Fehleinschätzungen gebracht. Mit dieser Masche sollen sie zu einer Beute im Wert von rund 200 000 Euro gekommen sein. Die Häufigkeit, mit der diese lukrative Betrugsmasche zum Einsatz kommt, verdoppelte sich schon 2015. 2016 gab es dann 225 Fälle. Der Schaden auf der Seite der Opfer lag bei insgesamt weit über zwei Millionen Euro.

Die Internettelefonie ermöglicht es jedermann, im Display jede beliebige Nummer anzeigen zu lassen. Mit wilden Räuberpistolen erwecken die falschen Polizisten bei ihren Opfern den Eindruck, sie würden bald von Einbrechern heimgesucht, die es auf Geld und ihre Wertgegenstände abgesehen haben. Die falschen Polizisten gaukeln vor, dass Geld und Wertsachen weder zu Hause noch auf der Bank sicher seien. Schließlich kündigen sie an, einen Polizisten in Zivil vorbeizuschicken, der beides zur sicheren Verwahrung abholt.

In den letzten Tagen wurden knapp 30 Anzeigen beim Polizeipräsidiums Reutlingen aufgenommen, bei denen versucht wurde, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Die Taten ereigneten sich auch in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen. lp

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