Kirchheim

Farbenfrohe Prozession zieht am Schloss vorbei

Hindus verehren Göttin Amman – Opfergaben für die Shivas-Gemahlin auf dem goldenen Wagen

Ungewohnte Töne und bunte Gewänder: Über 200 Tamilen feierten ihren exotisch anmutenden Umzug durch die Kirchheimer Innenstadt.

Über 200 Tamilen trafen sich zur Prozession in Kirchheim. Die Feuerschalen verströmen einen besonderen Duft zur Götterverehrung.
Über 200 Tamilen trafen sich zur Prozession in Kirchheim. Die Feuerschalen verströmen einen besonderen Duft zur Götterverehrung. Fotos: Thomas Krytzner

Kirchheim. Die Frauen und Mädchen in den verschiedenfarbigen Gewändern, den Saris, blicken zum großen Pavillon auf dem Areal oder sitzen auf Decken unter dem Zelt. Die Männer, meist mit nacktem Oberkörper, zelebrieren die Ehrerbietung für die Göttin Amman. Sie ist Shivas Gemahlin. Shiva ist im Hinduismus der bekannteste und zeitgleich wichtigste Gott. Trommeln und Längsflöten aus Pflanzenrohr begleiten die eindrücklichen Gesänge in Sanskrit, der altindischen Sprache.

Priester Sivasri Eswarakurukkal erbietet dem Schrein mit Feuer und verschiedenen Gaben seine Hochachtung. Milch, Obst, verschiedenfarbige Rosenblätter bringt er damit den Göttern als Speisen. Vor dem Pavillon versammeln sich immer mehr Hindus und lauschen den Gesängen der Männer und Frauen. Aber nicht nur Tamilen finden sich auf dem Platz ein, auch Kirchheimer interessieren sich für die Rituale. Die Göttin findet nun ihren Platz auf dem bunt geschmückten, goldenen Wagen. Der Hindu-Priester bietet Amman erneut Opfergaben dar: Zitronen und Kokosnuss sollen als Wegzehrung für den Umzug dienen.

Die Hindu-Frauen tragen Räucherschalen mit sich, und die Klänge der Instrumente kündigen den feierlichen Umzug an. Mit rhythmischen Klängen, leisen Gesängen und Gebeten setzt sich der Umzug in Gang. Angelockt durch die ungewohnten Töne und wohl durch die farbigen Tücher der Männer und Frauen säumen einige den Straßenrand, um dem Ritual beizuwohnen. Einmal im Jahr ziehen die Tamilen durch Kirchheim und verehren mit der Prozession ihre Götter und bitten um positives Karma. Nach wie vor steht die Planung, im ­Kruichling oder auf dem Hegelesberg einen großen Hindu-Tempel zu bauen. Dieser soll im traditionellen südindischen Stil entstehen. Bis es aber so weit ist, treffen sich die Tamilen weiterhin auf dem Riethmüller-Areal zum Gebet oder einfach zum Besuch im Tempel der Hindus.

Die Feuerschalen verströmen einen besonderen duft zur Götterverehrung.
Die Feuerschalen verströmen einen besonderen duft zur Götterverehrung.
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