Kirchheim

Fast in der Frist wird das Freibad fit

Umbau Die Badesaison beginnt mit der provisorischen Öffnung am 1. Juni. Die Eintrittspreise bleiben verbilligt, bis der Kiosk fertiggestellt ist. Von Andreas Volz

Entspannte Gesichter beim Freibadrundgang: Die Bauzeiten verlängern sich nur minimal.Foto: Jean-Luc Jacques
Entspannte Gesichter beim Freibadrundgang: Die Bauzeiten verlängern sich nur minimal.Foto: Jean-Luc Jacques

Das Wasser in den beiden großen Becken lädt noch nicht wirklich zum Bade. Mit seiner grünen Farbe erinnert es eher an naturbelassene Tümpel als an ein modernes Bad. Trotzdem ist im Kirchheimer Freibad alles im grünen Bereich. Die Umbauten auf dem Gelände sind zwar noch in vollem Gange. Aber unter leicht eingeschränkten Bedingungen beginnt der Badebetrieb am 1. Juni. Vier bis sechs Wochen später soll dann alles so gut wie fertig sein. Die Kosten werden ziemlich genau eingehalten: Die 2,2 Millionen Euro, die eingeplant waren, werden voraussichtlich um 50 000 Euro überschritten.

„Wir wollen Erfreuliches verkünden“, sagte Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker am Anfang eines Baustellenrundgangs. Ursprünglich geplant war der 25. Mai. Nun sei eben der 1. Juni der Tag, an dem das Bad im Provisorium eröffnet wird: „Das ist eine gute Nachricht für alle Wasserratten. Man kann am 1. Juni schwimmen, man kann sich ins Gras legen und man kann duschen. Das ist das, was man im Freibad braucht.“

Martin Zimmert, der Geschäftsführer der Stadtwerke, erklärt Details: „Die Außenanlagen werden noch nicht ganz fertig sein. Und auch der Kiosk auf dem neuen zentralen Platz ist zum 1. Juni definitiv noch nicht fertig.“ Zugleich gibt er aber Entwarnung - für alle, die sich keinen Freibadbesuch ohne Eis, Limo oder Pommes frites vorstellen können: „An der Stelle, wo früher die Hutteninsel stand, gibt es bis zur richtigen Eröffnung im Juli einen Imbisswagen.“

Mitte Juli sei „hundertprozentig alles fertig“. Allerdings hoffen die Verantwortlichen, dass der reguläre Badebetrieb schon zum 1. Juli losgehen kann, also genau einen Monat nach der provisorischen Öffnung. Das würde sich dann auch auf die Eintrittspreise auswirken: Der Tag, ab dem der volle Eintritt zu zahlen ist, soll der erste Tag sein, an dem der Kiosk zur Verfügung steht.

„Voller Eintritt“ heißt 4,50 Euro für die Tageskarte und 2,50 Euro als ermäßigter Preis. Bis dahin, also bis Anfang oder Mitte Juli, zahlen „normale“ Badegäste lediglich drei Euro. Wer Anspruch auf Ermäßigung hat, kann sogar für 1,50 Euro baden. Dauerkarten wiederum sind die ganze Saison über so günstig zu haben wie niemals wieder: Wegen der Einschränkungen zu Beginn der Badesaison kosten sie 60 Euro im Vorverkauf und 70 Euro an der Freibadkasse - ermäßigt jeweils die Hälfte.

Was die Bauzeiten betrifft, erwähnt Martin Zimmert zahlreiche Unwägbarkeiten, durch die punktgenaue Prognosen nicht möglich sind: „Wir hatten die Kälteperiode im Februar und im März. Wie sich das Wetter entwickelt, kann man ja in der Vorplanung nicht absehen.“ Ein anderes Problem war die mangelnde Dokumentation über Leitungen, die seit 1927 auf dem Freibadgelände verlegt worden waren: „Plötzlich stößt man beim Bauen auf ein riesiges Rohr und weiß nicht, wofür es da ist.“

So etwas kam mehr als ein Mal vor, und es sorgt immer für längere Unterbrechungen: „Da muss man erst einmal schauen, was das für eine Leitung ist, ob sie noch in Betrieb ist oder ob man sie einfach kappen kann. Da haben wir leitungstechnisch eine Art von Archäologie betreiben müssen.“

Die eigentliche Aufgabe, vor der die Planer standen, war die, ein großes Gebäude wie die alte Hutteninsel auf mehrere Gebäude zu verteilen. Diese Gebäude gruppieren sich rund um die neue „Hut­teninsel“ - den Platz mit großer Terrasse und etwa 70 Sitzplätzen, an der Stelle des alten Bademeisterhäuschens. Die Gebäude rundherum sind das Aufsichtsgebäude, das viel näher am Beckenrand steht, der neue Umkleide- und Sanitärtrakt sowie der neue Kiosk.

Das einzige Gebäude, das am alten Platz entstanden ist, ist das neue Eingangs- und Kassenhäuschen. Links davon werden Lager für den Kioskbetreiber eingerichtet, die sich jederzeit von außen anfahren lassen. Der Vertrag mit dem neuen Betreiber ist unter Dach und Fach. Der Gastronom ist auch schon in den Freibädern in Göppingen, Salach und Geislingen zugange.

Was bis 2020/21 noch ansteht, ist die Neugestaltung des Kinderplanschbeckens, die dann rund 700 000 Euro kosten würde. Das aber ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal geht es darum, das Bad in die verkürzte Saison zu führen. Und das grüne Wasser in den Becken? Das wird auch noch rechtzeitig ersetzt - traditionell durch Wasser aus dem Raunerbrunnen.

Standort des Hallenbads

Für ein Kirchheimer Hallenbad ist nach wie vor der Standort der alten Hutteninsel vorgesehen. Das neue Kassenhäuschen ist deswegen auch eigens so konzipiert, dass es ab 2030 dem Hallenbad problemlos weichen könnte. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sagt dazu: „2030 läuft der Vertrag mit Dettingen aus. Dann lässt sich das Bad dort auch nicht mehr weiterbetreiben. Ab 2024 muss die Planung beginnen.“vol

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