Kirchheim

Feiern: ja - Risiken eingehen: nein

Sicherheit Stadt und Polizei kündigen an, auch bei der kommenden Fußball-WM Autokorsos zu tolerieren – über die Stränge schlagen sollten die Fans aber trotzdem nicht. Von Bianca Lütz-Holoch

Teilnehmer von Autokorsos müssen dieses Jahr mit Hindernissen auf dem Alleenring rechnen: Baustellenbedingt ist ein Teil der Str
Teilnehmer von Autokorsos müssen dieses Jahr mit Hindernissen auf dem Alleenring rechnen: Baustellenbedingt ist ein Teil der Straße halbseitig gesperrt.Archivfoto: Markus Brändli

Bei Fußball-Fans aus Kirchheim und Umgebung sind sie schon seit Langem Tradition: die Autokorsos auf dem Alleenring. Aller Voraussicht nach werden auch bei der kommenden Weltmeisterschaft feiernde Fußballanhänger nach gewonnenen Spielen mit ihren Autos hupend die Innenstadt umrunden. Allerdings ist die Ausgangslage etwas anders als bei den vergangenen großen Fußball-Ereignissen.

„Wir gehen davon aus, dass es dieses Jahr schwerpunktmäßig nach Deutschland-Spielen zu Autokorsos kommt“, sagt Fabian Mayer, Leiter des Polizeireviers in Kirchheim. Ein Grund dafür ist, dass sich weder Italien noch die Türkei - deren Fans sich in Kirchheim als äußerst korsofreudig erwiesen haben - für die Weltmeisterschaft in Russland qualifiziert haben.

Auf Fans, die mit ihren Autos den Alleenring in Beschlag nehmen, ist die Polizei dennoch eingestellt. „Wir werden die Korsos auch dieses Jahr wieder zulassen“, sagt Fabian Mayer. Narrenfreiheit haben die Feiernden aber nicht: „Trotz aller Siegeslaune müssen wir gewisse Maßstäbe einfordern, was die Verkehrssicherheit angeht“, betont der Leiter des Kirchheimer Polizeireviers. Das heißt zum Beispiel: Wenn die Einsatzkräfte sehen, dass sich jemand mit dem Oberkörper aus dem Autofenster lehnt, lange Fahnen geschwenkt werden oder gar Personen auf der Motorhaube sitzen, greifen sie ein. „Wenn es wirklich an die Verkehrssicherheit geht, werden wir die Verstöße auch ahnden“, so Mayer. Denn: „Feiern und Risiken eingehen sind zwei paar Stiefel.“

Entsprechend setzt die Polizei an Abenden, an denen wichtige Spiele anstehen, auch mehr Personal ein. Zum einen gilt es, den außergewöhnlichen Verkehrsfluss zu überwachen und darauf zu achten, dass kein Auto ungewollt in den Korso gerät. Zum anderen sind Einsatzkräfte gefragt, die Verkehrsteilnehmer in ihre Schranken weisen, falls sie über die Stränge schlagen.

Und auf noch etwas müssen sich die Fans einstellen: Während dieser WM gibt es auf dem Alleenring ein baustellenbedingtes Hindernis - aufgrund des Bauprojekts „Lauterterrassen“ ist die Straße zwischen dem Zebrastreifen, der vom Bürgerpark in Richtung Schloss führt, und dem Krone-Kreisel bei der Alleenschule halbseitig gesperrt. „In diese Richtung geht nichts“, sagt Marcus Deger, Leiter des Kirchheimer Ordnungsamts. Auch ein Korso, der „gegen den Uhrzeigersinn“ auf dem Alleenring unterwegs ist, würde - ebenso wie der normale Verkehr - über die Schülestraße ausgeleitet. Infrage käme also nur ein Autokorso in die andere Richtung - sofern die Einsatzkräfte der Polizei nicht vorher umleiten. „Die Verantwortlichen bei der Stadt sprechen sich im Vorfeld mit der Polizei ab“, sagt Marcus Deger. Wie der Verkehr aber im Einzelfall geregelt wird, entscheiden die Einsatzkräfte vor Ort. „Sie wissen, was zu tun ist, und haben unsere volle Rückendeckung“, so Deger.

Info In den kommenden Tagen gibt das Polizeipräsidium Reutlingen speziell für die WM-Zeit Sicherheitshinweise für Fans und Teilnehmer von Autokorsos heraus. Diese werden im Teckboten veröffentlicht.

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