Kirchheim

Fette Beats im Technostyle

Autokonzerte Club-Feeling auf der Hahnweide. „Zeitverschiebung“ und Chris Sonaxx lieferten den perfekten Groove.

Chris Sonaxx bei der Arbeit.
Chris Sonaxx bei der Arbeit. Foto: Günter Kahlert

Kirchheim. Das ist mal eine Show. Was DJ Chris Sonaxx alias Chris­tian Eckhardt beim Autokonzert auf der Hahnweide abzieht, ist erste Sahne. Techno ist zur Halbzeit der Autokonzerte angesagt. Aber bevor man sich bei der Beschreibung der Musik in die Untiefen der zahllosen Stile des Genres begibt, lieber eine Einstufung vom Spezialisten selbst: „Das ist eine Mischung aus House und Melodic Techno“, erzählt Christian Eckhardt.

Den Einstieg des Abends liefert das Duo „Zeitverschiebung“, bestehend aus Hannes Hergenröder und François Saorine. Sie legen 90 Minuten lang ein perfektes Bett aus fetten Beats, Effekten, rhythmischen Einsprengseln und melodischen Parts - Club-Musik eben.

Am Mischpult wirken die beiden fast tiefenentspannt, ziemlich gechillt. Als Christian Eckhardt um 20.30 Uhr nahtlos übernimmt, ändert sich das. Auf der Bühne wird er zu Chris Sonnax. Vorher ein ganz normaler, ruhiger Typ, explodiert er auf der Bühne, mutiert zum DJ mit vollem Körpereinsatz. „Da macht es bei mir einfach ‚klick‘. Ich werde da zur Rampensau“, schildert er die Verwandlung. An manchen Stellen zaubert er pompöse Klanggemälde, die fast schon an den Bombast einer Wagner-Oper erinnern. Filigran, komplex und immer mit dem perfekten Groove.

Wer denkt, das alles ist komplett vorproduziert, der irrt. „Der jeweilige Set entsteht live auf der Bühne, es gibt keine zwei Auftritte, die identisch sind“, erzählt der Profi. Die Zeit der großen Plattenkisten ist natürlich längst vorbei. Chris zieht einen USB-Stick aus der Hosentasche und schmunzelt: „Hier sind mehr als 4 000 Tracks drauf, damit mixe ich den Abend. Ich könnte damit drei Monate Musik machen, ohne dass ein Titel zweimal kommt.“ Das hört sich nach einem gigantischen Puzzle an, aus dem Könner mit Mischpult und digitalen Turntables immer wieder neue Muster legen.

Die Halbzeit der Autokonzerte ist auch der Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz. Da kommt Chris­tian Eckhardt als Veranstalter fast ins Schwärmen: „Wir haben derart positive Rückmeldungen, dass mir manchmal fast die Tränen kommen. Die Menschen schätzen das, was wir hier machen.“ gük

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