Kirchheim

Die Kirchheimer Feuerwache bleibt bis Ende 2024 Baustelle

Sanierung In Kirchheim braucht es volle elf Jahre, um das Technische Zentrum wieder auf Vordermann zu bringen. Noch nicht einberechnet in Kosten und Bauzeiten sind die Wohnungen in den Obergeschossen. Von Andreas Volz

Rechts vom Turm soll auf dem Hof des Technischen Zentrums in der Kirchheimer Henriettenstraße eine neue Kalthalle entstehen.Foto
Rechts vom Turm soll auf dem Hof des Technischen Zentrums in der Kirchheimer Henriettenstraße eine neue Kalthalle entstehen.Foto: Carsten Riedl

Fast schon Ausmaße wie der Berliner Flughafen nimmt die Sanierung des Technischen Zentrums in der Kirchheimer Henriettenstraße an: „2013 gab es ein erstes Gutachten“, klagte CDU-Stadtrat Thilo Rose im Gemeinderat. „2020 - also jetzt - hätte alles fertiggestellt sein sollen. Stattdessen heißt es nun 2024. Das muss deutlich schneller gehen. Wir fordern eine Fertigstellung bis Ende 2023.“ Beklagt hat er auch die Tatsache, dass es bei den Arbeiten am Technischen Zentrum immer wieder Phasen des Stillstands gibt. Die Feuerwehr solle so schnell wie möglich wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen können, ohne durch die Sanierung eingeschränkt zu sein.

Bei allem Unmut über die Verzögerungen setzen die anderen Fraktionen durchweg andere Prioritäten: „Wenn erst einmal alles fertig ist, muss es auf dem neuesten Stand sein“, sagte Reinhold Ambacher (Freie Wähler). „Das Technische Zentrum muss so schnell wie möglich fertig werden, aber nicht um jeden Preis. Da darf nicht geschlampert werden.“

Für Michael Attinger (Grüne) führen auch Zufälle immer wieder zu Bauverzögerungen: „Wir können schon beschließen, dass es möglichst schnell geht. Die Frage ist nur, ob die Realität diesem Beschluss auch folgt.“ Augenzwinkernd nahm er Bezug auf den Flughafen in Berlin: „Ich hoffe, dass der Brandschutz berücksichtigt ist - gerade bei der Feuerwache.“

SPD-Stadtrat Andreas Kenner verteidigte den Beschluss von 2013, das bestehende Technische Zentrum zu sanieren, anstatt es auf der grünen Wiese neu zu erbauen: „Das bezeichnet man als nachhaltig.“ Problematisch sei nun eben der Umbau im laufenden Betrieb, den die Feuerwehr dankenswerterweise mittrage. Der Henriettensaal sei ein sehr gelungenes Beispiel, was sich trotz fortlaufender Nutzung erreichen lasse: „So soll der Rest auch werden.“

Der „Rest“ ist ein ziemlich großer Brocken. Dazu zählen die neue Strukturierung der Umkleidebereiche, die neue Leitzentrale, ein neuer Schulungsraum, Büroflächen, Räume für die Jugendfeuerwehr und jede Menge Lagerflächen. Letzteres soll auch eine neue Kalthalle bieten, also eine Lagerhalle mit Stellplätzen. Der Verzicht auf die Heizung spart Kos­ten, beim Bau wie auch im Betrieb.

Kosten von zehn Millionen Euro

Die Gesamtkosten liegen derzeit bei 9,87 Millionen Euro. Darin enthalten ist bereits eine überplanmäßige Ausgabe von 2,33 Millionen Euro, die der Gemeinderat nun genehmigt hat. Nicht enthalten ist die Sanierung der Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss. Diese sollen erst nach den öffentlich nutzbaren Bereichen an die Reihe kommen. Veranschlagt sind dafür weitere 2,5 Millionen Euro.

Das dritte Quartal 2024 ist für Oberbürgermeister Pascal Bader „ein realistisches Ziel“. Zur Sanierung im laufenden Betrieb nahm Architekt Karl-Albrecht ­Einselen Stellung, dessen Büro erst seit 2017 beteiligt ist: „Wir arbeiten die acht Bauabschnitte in enger Abstimmung mit der Feuerwehr ab. Das ist wichtig, weil wir nicht nach Belieben den Strom abschalten oder Ausfahrten zustellen können.“ 2024 nannte er immer noch „sehr sportlich“. 2023 dagegen sei „nicht realistisch“. Damit beantwortete er eine Frage von Ulrich Kübler (Freie Wähler), der festgestellt hatte: „Wenn 2023 nicht möglich ist, hat es auch keinen Sinn, dass wir darüber abstimmen.“

Letztlich hat sich der Gemeinderat für einen Antrag der SPD ausgesprochen: Feuerwehr und Verwaltung sollen die Terminplanung noch einmal mit dem Architekturbüro abstimmen und schauen, was sich vielleicht doch schneller angehen lässt. Die Ergebnisse sind in der nächsten Ausschusssitzung vorzustellen.

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