Kirchheim

Feuerwehren retten 490 Personen

Kreisverband Die Wehren im Landkreis stellen ihre Bilanz vor. Sie fordern, dass die Altersgrenze auf 65 angehoben wird.

Kreis Esslingen. Retten, Löschen, Bergen und Schützen - diesen Aufgaben stellen sich ehrenamtlich 3 717 Feuerwehrleute im Landkreis Esslingen. „Wir Oberbürgermeister und Bürgermeister wissen ihren Einsatz für die Menschen zu schätzen“, sagte Bernd Müller, Vorsitzender des Kreisfeuerverbandes in seiner Bilanz. Der Altenrieter Bürgermeister wurde in seiner Funktion einstimmig für die nächsten fünf Jahre wiedergewählt, ebenso sein Stellvertreter Alfred Bidlingmaier, Ehrenkommandant in Notzingen.

Die Feuerwehren im Landkreis seien im Blick auf Fahrzeuge, Technik, Feuerwehrhäuser und Ausrüstung gut gerüstet, sagte Landrat Heinz Eininger in seinem Grußwort. „Sie sind immer zur Stelle, wenn Menschen in Not geraten.“ Das gilt auch für Orte mit besonderem Gefahrenpotenzial. An der Großübung im S-Bahn-Tunnel „Filder“ in Filderstadt nahmen etwa 100 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen teil. Bei dieser Übung der ICAO (International Civil Aviation Organization) am Flughafen Stuttgart wurde das neue Sichtungsmodell für einen Massenanfall von Verletzten durch nichtärztliches Personal getestet.

„Was lange währt, wird endlich gut“, so kommentierte Eininger die offizielle Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle in Esslingen im Februar. Zu dem Anlass wurde auch die Alarm- und Ausrückeordnung überarbeitet. Mit einem Pool von acht Mitarbeitern der Feuerwehr Esslingen und 24 Mitarbeitern des DRK-Rettungsdienstes Esslingen-Nürtingen sei die Besetzung der Leitstelle jederzeit gewährleistet, sagte Eininger. Die Voraussetzungen für die Anbindung an den BOS-Digitalfunk seien bereits geschaffen und acht Digital-Funkgeräte eingebaut worden. Nach Aussage des Stuttgarter Innenministerium werde bald ein Kryptoserver installiert, ein Ver- und Entschlüsselungsserver zur Abhörsicherheit.

Verband will Altersgrenze anheben

Vorsitzender Müller bedauerte, dass der Verband noch keinen Erfolg hat mit seinem Vorstoß, die Altersgrenze von 65 Jahren anzuheben. Es lägen Anfragen von Feuerwehrleuten vor. Das Präsidium des Landesfeuerwehrverbands habe zwar im März den Antrag behandelt, wolle aber das Feuerwehrgesetz nicht schon wieder ändern.

Zur Jahresbilanz gehört auch die Statistik. Unter den 3 717 Feuerwehrleuten sind 235 Frauen. In den 44 Gemeinden kommen noch 1 034 Jugendfeuerwehrleute dazu, davon 164 Mädchen, die an den Dienst herangeführt werden. In zwölf Musikzügen spielen 305 Musiker mit, zudem befinden sich 50 Jugendliche in der Ausbildung. Die über 1 100 Mitglieder der Alterswehren seien ein wichtiger Teil der Feuerwehrfamilie, sagte Müller. Roland Kurz

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