Kirchheim

„Geradeltes Miteinander“

Bei ihrer Bäder- und Rehatour zeigen die Teilnehmer, was mit und ohne Handicap möglich ist

Bereits zum neunten Mal findet die Bäder- und Rehatour statt. Die Teilnehmer mit und ohne Handicap fahren neun Tage lang durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Die Teilnehmer der Bäder- und Rehatour freuen sich auf die Erlebnisse der kommenden Tage. Foto: privat
Die Teilnehmer der Bäder- und Rehatour freuen sich auf die Erlebnisse der kommenden Tage. Foto: privat

Kirchheim. Auf dem Parkplatz der AOK-Filiale in Kirchheim herrscht reges Treiben. Hier treffen sich die Teilnehmer der Bäder- und Rehatour, die unter der Schirmherrschaft des Krebsverbands Baden-Württemberg steht, mit ihren Rädern, Handbikes –handbetriebene Räder – und Trikes – also Dreiräder.

Initiator der Tour ist Hubert Seiter, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Krebsverbands Baden-Württemberg und ehemaliger Erster Direktor der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg. Der Ursprung der Bäder- und Rehatour war eine spontane Radtour mit Marco Longobucco – begeisterter Radler mit Handicap – an den Gardasee im Jahr 2006.„Daraus entstand die Idee, mit einer größeren Gruppe eine ähnliche Tour zu unternehmen“, sagt er.

Mittlerweile sind die Radler schon ziemlich weit herumgekommen: Unter anderem waren sie in der Schweiz, in Belgien und sogar in Griechenland. Trotz der langen und teilweise schwierigen Strecken gab es in den Jahren bisher zum Glück weder Verletzte noch sonstige Pannen.

Heuer führt die Tour durch Deutschland, die Schweiz und Österreich. Von Kirchheim aus geht es über Zwiefalten und Wangen bis nach Davos und Sankt Moritz und schließlich wieder zurück nach Kirchheim. Vom 2. bis 10. September bewältigen sie eine Strecke von 760 Kilometern. Auf dem Programm stehen dabei vor allem Besuche in Kurorten und Reha-Einrichtungen.

40 Männer und Frauen aus ganz Baden-Württemberg nehmen an der Radtour teil, 35 von ihnen fahren die komplette Strecke, während andere nur auf einem Teil der Route mit dabei sind.

Die Teilnehmer sind eine „bunte Mischung“ aus Menschen mit und ohne Behinderung, Leuten, die nach einem Unfall oder einer Krankheit dank einer Reha wieder Sport treiben können, chronisch und psychisch Kranken.

Die Bäder- und Rehatour steht unter dem Motto: „Zeigen, was möglich ist . . .“ Viele der Teilnehmer sind ein gutes Beispiel dafür, dass nach einem Unfall oder einer Krankheit mit Hilfe der richtigen Unterstützung durch eine Reha die Rückkehr ins Leben gelingen kann. Mit genügend Willenskraft, medizinischer und fachlicher Betreuung sowie solidarischer Unterstützung ist es auch mit Beeinträchtigungen möglich, großartige sportliche Leistungen zu erbringen. Die Tour soll ein Zeichen setzen und zeigt, dass gelebte Inklusion sehr gut funktionieren kann. Und sie wirbt für die Möglichkeiten der Rehabilitation, Menschen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Außerdem sollen mit der Fahrt Spenden für Projekte des Krebsverbandes gesammelt werden.

Zu den Teilnehmern gehört auch Jörg Nielandt, der bereits seit der ersten Bäder- und Rehatour 2008 mit dabei ist. Davon erfahren hat er durch Zufall und sah eine gute Gelegenheit, sein neu gekauftes Rennrad gleich auszuprobieren. Seitdem ist er jedes Jahr wieder mit dabei. „Es macht immer großen Spaß“, meint er.

Nachdem alle Radfahrer versammelt sind, begrüßt Hubert Seiter die Anwesenden. Auch Christine Fischer vom Landratsamt Esslingen ist dabei und heißt die Teilnehmer der Tour in Kirchheim willkommen. Michael Kauderer, Kundencenterleiter der AOK Baden-Württemberg, freut sich darüber, die Bäder- und Rehatour zu unterstützen. Er betont, wie wichtig Sport für ein gesundes Leben ist.

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