Kirchheim

Gesund durch den Urlaub

In die Reiseapotheke gehören der Inhalt der Hausapotheke plus Medikamente gegen Reisebeschwerden

Medikamente sollten beim Transport nicht mit Kühlelementen in Berührung kommen.Foto: Cornelia Wahl
Medikamente sollten beim Transport nicht mit Kühlelementen in Berührung kommen.Foto: Cornelia Wahl

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Damit es nur Gutes ist, sollte er auf eine Reiseapotheke und nötige Medikamente nicht verzichten.

Cornelia Wahl

Kirchheim. Was bei den Reiseplanungen oft vernachlässigt wird, sind die Reiseapotheke und der Umgang mit den Medikamenten bei der Sommerhitze.

Ob Trekking-, Wander-, Strand- oder Tauchurlaub, für eine auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Zusammensetzung der Reiseapotheke stehen der Apotheker oder der Arzt Rede und Antwort. Der Arzt ist auch der Ansprechpartner, wenn es um den Impfstatus geht. Der sollte auf jeden Fall vor Reisestart überprüft werden und der Impfpass mit ins Gepäck. Ausreichend Impfschutz sollte gegeben sein bei Tetanus, Diphterie, Hepatitis B, Hepatitis A und Masern. Wer einen Trip auf die Südhalbkugel plant, sollte daran denken, dass dort jetzt Winter herrscht, also Grippezeit ist.

„Grundsätzlich gehören in die Reiseapotheke alle Medikamente, die in der Hausapotheke zu finden sind, ergänzt um die Arzneimittel gegen typische Reisebeschwerden“, erklärt Daniel Miller von der Adler-Apotheke in Kirchheim.

Häufigstes Mitbringsel aus dem Urlaub sind Durchfallerkrankungen. Sie werden durch Bakterien oder Darmparasiten verursacht und meistens durch Lebensmittel übertragen. Somit dürfen in der Reiseapotheke Arzneien nicht fehlen, die dagegen wirken.

Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte stets doppelt so viel wie benötigt dabeihaben. Fürs Verreisen mit dem Flieger gilt: „Medikamente, die regelmäßig während der Reise benötigt werden, sollten nicht allein im Koffer verstaut sein, sondern in ausreichender Menge im Handgepäck“, erläutert Daniel Miller. „So ist die Versorgung sichergestellt, wenn der Koffer tagelang Umwege macht oder im schlimmsten Fall ganz verloren geht.“ Oder auch, wenn der Flug länger dauert als vorausgesagt.

Zur Vorsicht mahnt der Kirchheimer Apotheker beim Transport des Arzneimittels Insulin, das Diabetiker benötigten. Insulin ist bei Temperaturen zwischen zwei und acht Grad Celsius zu lagern. Insulin darf auf gar keinen Fall gefroren werden, „wie es im Frachtraum eines Flugzeuges vorkommen kann. Riskant ist auch der Kontakt mit Kühlelementen aus der Gefriertruhe“, sagt Miller. Zeigt das Insulin Ausflockungen, Farbveränderungen oder Schlierenbildung, ist es nicht mehr zu gebrauchen und muss vernichtet werden. „Für kühl zu lagernde Medikamente gibt es spezielle Kühltaschen“, so Millers Tipp.

Auch Zäpfchen sollten nicht bei zu hohen Temperaturen gelagert werden. Sie schmelzen und sind unbrauchbar. Das Gleiche gilt für Cremes und Salben, da sich in der Sonne feste und flüssige Bestandteile trennen. Vorsicht ist zudem geboten, wenn das Asthmaspray in der direkten Sonne gelagert wird. Dies kann zu Veränderungen in der Dosierungsgenauigkeit und in der Wirksamkeit führen.

Im Auto haben Medikamente in der Sommerhitze ihren besten Platz gut verpackt im Kofferraum oder unter dem Beifahrersitz. Auch hier gilt: Empfindliche Arzneien gehören in eine Kühlbox, dürfen aber mit dem Kühlelement nicht in Berührung kommen.

Damit es an der Grenze oder am Zoll nicht unnötig Schwierigkeiten gibt, sollten vor Reisebeginn die Einreisebestimmungen im Urlaubsland studiert werden. Diese sind auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes, des Robert-Koch-Instituts, des Zolls oder der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin zu finden. Auf der sicheren Seite ist, wer bezüglich der Medikamentenmitnahme ein Attest vom Arzt vorweisen kann. Dort sind die benötigten Medikamente genau aufgelistet. Das Attest sollte auch in englischer Sprache verfasst sein. „So können Diskussionen oder gar Beschlagnahmungen vermieden werden“, erläutert Apotheker Daniel Miller.

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